Hornissennestwärme: Eine kurze Sammlung Texte

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Da die zehntausenden Tweets und die über die Jahre vier verschiedenen Blogs nicht reichen, gibt jetzt eine kleine Text-Sammlung in PDF-Form von mir, die man herunterladen, mitnehmen, durchlesen, irgendwo abspeichern, sogar ausdrucken kann und die nicht, wie so vieles im Netz, nach ein paar Minuten wieder im endlosen Rauschen eines Streams verschwunden ist. Sie heißt „Hornissennestwärme“. Hornissennestwärme: Eine kurze Sammlung Texte weiterlesen

Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016

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Isabelle Lehn – „Binde zwei Vögel zusammen“

lehn_2Souveräne Schreibkunst, souverän vorgetragen, ein souveräner Plot mit einer intelligenten Ausgangskonstruktion: Bei dem Beitrag „Binde zwei Vögel zusammen“ (ein Romanauszug) der Leipzigerin Isabelle Lehn stimmt einfach alles. In einem nachgebauten Modell-Dorf in der Fränkischen Alb, in dem die Armee Kriegssimulationen durchführt, sind Arbeitslose im Rahmen einer Maßnahme gezwungen, über Wochen Dorfbewohner darzustellen, darunter der Ich-Erzähler, der sich in einer Gegenwart danach bei seiner Freundin an die Vergangenheit im Dorf und seine dortige Scheinexistenz als „Alladin“ erinnert und über beinahe eine Art posttraumatische Belastungsstörung durch das Erlebnis hinwegkommen muss. Und so vermischen sich in dem Text kunstvoll die Ebenen zwischen Gegenwart und Erinnerung an den simulierten Krieg im Dorf, der wiederum dem echten Krieg im Afghanistan nachgebildet wurde. Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016 weiterlesen

Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste

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Als eine gute Bekannte von mir vor eineinhalb Jahren durch falsche Bekanntschaften an ihrer Uni für einige Monate zur AfD-Anhängerin wurde, habe ich sie nicht aus der Liste meiner Facebook-Freunde gelöscht.

Ich habe mehr oder minder geduldig (in jedem Fall aber beständig) gegen den Unsinn argumentiert, den sie zu dem Zeitpunkt in zunehmendem Maße veröffentlichte und gehofft, dass sie mit der Hilfe ihrer durchaus vorhandenen Intelligenz irgendwann einsehen würde, dass sie gerade in eine Art Sekte gerät, die ihre Weltsicht immer weiter verengt. Ich habe gehofft, dass sie irgendwann merkt, dass nur noch ihre neuen Freunde ihre Meinungen „liken“ und ihre alten Freunde zunehmend von ihr irritiert sind und sich abwenden. Ich habe gehofft, dass sie diese Erkenntnis haben würde und dass ihr das klarmachen würde, wie radikal sie sich gerade verändert. Und das ist irgendwann tatsächlich geschehen. Sie hat inzwischen nichts mehr mit der AfD zu tun und heute können wir gemeinsam darüber lachen, dass sie diesen Leuten auf den Leim gegangen ist. Der normale Facebook-Wahnsinn. Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste weiterlesen

Ein Review von Snapchat von einem, der die App noch nie vorher benutzt hat

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Diese App ist die Zukunft. Natürlich. Auch die Zukunft des Journalismus. Und jetzt schon eine wichtige, wenn nicht gar DIE „Nachrichtenquelle“ für seine Nutzer. So steht es zumindest bei Spiegel Online: „Diese App mischt die Medienbranche auf“, Nutzer bekämen dort „längst professionell produzierte Multimedia-Geschichten angeboten“, nachdem die App früher ein „Sexting-Netzwerk für Nacktbilder“ gewesen sei. Ein Review von Snapchat von einem, der die App noch nie vorher benutzt hat weiterlesen

Der Shitstorm als Mittel der politischen Kommunikation

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Erika Steinbach hat aus ihrer Perspektive alles richtig gemacht: Ihre Botschaft verbreitet sich in Windeseile im Netz. Zum Tode von Helmut Schmidt kramte die Berufspolitikerin und -Provokateurin ein uraltes Zitat Schmidts über „Ausländer“ heraus und twitterte es zusammen mit einem Photo des verstorbenen Altbundeskanzlers. In schwindelerregender Geschwindigkeit sprangen Politiker, Journalisten, sogenannte Influencer (i.e. Menschen mit vielen Followern auf Twitter), abertausende Durchschnittsnutzer, aber auch Fernsehfiguren und Prominente wie Jan Böhmermann über das Stöckchen und verbreiteten unfreiwillig die Botschaft von Erika Steinbach („Wir können nicht mehr Ausländer verdauen“), indem sie sie verlinkten und sich darüber empörten. Der Shitstorm als Mittel der politischen Kommunikation weiterlesen

Schwarze Perlen: Die besten Black Metal-Alben der 00er und 10er (III)

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Black Metal, die Dritte. Ich möchte den Fokus dieser Artikelreihe mit diesem Teil etwas öffnen: Hieß die Serie vorher „vergessene Black Metal-Alben“, so wechsle ich nunmehr auf die Bezeichnung „beste“, denn man kann schlussendlich nur selten bei irgendeinem Black Metal-Album behaupten, dass es kommerziell so erfolgreich war, dass es nicht einige Jahre später als vergessenes Album gelten darf. Der erste Teil der fortlaufenden Serie findet sich weiterhin hier, der zweite hier.

Auch in dieser Folge von „Schwarze Perlen“ möchte ich einen möglichst breiten Überblick über das Genre geben. Neben alten Helden der Szene (Immortal und Emperor) betrachten wir dieses Mal neue Klassiker (Deathspell Omega und Wolves in The Throne Room), soundtechnisch auf ein breiteres Publikum ausgerichtete Bands (Naglfar), aber auch Exoten wie die Isländer von Misþyrming. Schwarze Perlen: Die besten Black Metal-Alben der 00er und 10er (III) weiterlesen

Flohmarktfund: Die Liebesbriefe von Fritz und Mieze um 1920

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Ich habe vor einigen Jahren auf einem Flohmarkt in Dresden einen Stapel alter Briefe samt Inhalt entdeckt und gekauft. Darunter befand sich eine ganze Reihe außergewöhnlich schöner, handgeschriebener Liebesbriefe in Sütterlinschrift aus den Jahren 1919 bis 1929, die ich anschließend im Verlauf einiger Monate mit Hilfe einer Freundin entziffert und transkribiert habe. Flohmarktfund: Die Liebesbriefe von Fritz und Mieze um 1920 weiterlesen