Hornissennestwärme: Eine kurze Sammlung Texte

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Da die zehntausenden Tweets und die über die Jahre vier verschiedenen Blogs nicht reichen, gibt jetzt eine kleine Text-Sammlung in PDF-Form von mir, die man herunterladen, mitnehmen, durchlesen, irgendwo abspeichern, sogar ausdrucken kann und die nicht, wie so vieles im Netz, nach ein paar Minuten wieder im endlosen Rauschen eines Streams verschwunden ist. Sie heißt „Hornissennestwärme“. Hornissennestwärme: Eine kurze Sammlung Texte weiterlesen

Schöne Tweets, die man lesen sollte (I)

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Es gibt Tweets, die man lesen und über die man sprechen sollte, die nicht einfach so im endlosen Rauschen untergehen sollten. In dieser Reihe sammle ich jeweils zehn davon und schreibe ein paar Worte dazu. Schöne Tweets, die man lesen sollte (I) weiterlesen

Zwei gute Gründe dafür, dass Bob Dylan keinen Literaturnobelpreis verdient hat

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1. Weil die Texte nicht preiswürdig sind

Es gibt ein ganz einfaches Gedankenexperiment, um zu zeigen, ob Bob Dylan den Nobelpreis verdient hat: Wir denken uns einfach die Musik weg, denn der Preis wird für Texte vergeben. Nehmen wir sein laut Rate Your Music (und meiner Meinung nach auch, knapp von „Blonde On Blonde“) bestes Album „Highway 61 Revisited“ und lesen dort einfach mal rein, ohne die Musik, dann fällt einem, wie bei fast jedem seiner anderen Alben auch, sofort auf: Ja, der Mann kann schreiben, die Texte sind gut. Sie sind sogar außergewöhnlich gut für Songtexte.

Aber sind sie so gut wie die Texte eines Lyrikers? Eines Romanciers? Zwei gute Gründe dafür, dass Bob Dylan keinen Literaturnobelpreis verdient hat weiterlesen

Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016

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Isabelle Lehn – „Binde zwei Vögel zusammen“

lehn_2Souveräne Schreibkunst, souverän vorgetragen, ein souveräner Plot mit einer intelligenten Ausgangskonstruktion: Bei dem Beitrag „Binde zwei Vögel zusammen“ (ein Romanauszug) der Leipzigerin Isabelle Lehn stimmt einfach alles. In einem nachgebauten Modell-Dorf in der Fränkischen Alb, in dem die Armee Kriegssimulationen durchführt, sind Arbeitslose im Rahmen einer Maßnahme gezwungen, über Wochen Dorfbewohner darzustellen, darunter der Ich-Erzähler, der sich in einer Gegenwart danach bei seiner Freundin an die Vergangenheit im Dorf und seine dortige Scheinexistenz als „Alladin“ erinnert und über beinahe eine Art posttraumatische Belastungsstörung durch das Erlebnis hinwegkommen muss. Und so vermischen sich in dem Text kunstvoll die Ebenen zwischen Gegenwart und Erinnerung an den simulierten Krieg im Dorf, der wiederum dem echten Krieg im Afghanistan nachgebildet wurde. Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016 weiterlesen

Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste

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Als eine gute Bekannte von mir vor eineinhalb Jahren durch falsche Bekanntschaften an ihrer Uni für einige Monate zur AfD-Anhängerin wurde, habe ich sie nicht aus der Liste meiner Facebook-Freunde gelöscht.

Ich habe mehr oder minder geduldig (in jedem Fall aber beständig) gegen den Unsinn argumentiert, den sie zu dem Zeitpunkt in zunehmendem Maße veröffentlichte und gehofft, dass sie mit der Hilfe ihrer durchaus vorhandenen Intelligenz irgendwann einsehen würde, dass sie gerade in eine Art Sekte gerät, die ihre Weltsicht immer weiter verengt. Ich habe gehofft, dass sie irgendwann merkt, dass nur noch ihre neuen Freunde ihre Meinungen „liken“ und ihre alten Freunde zunehmend von ihr irritiert sind und sich abwenden. Ich habe gehofft, dass sie diese Erkenntnis haben würde und dass ihr das klarmachen würde, wie radikal sie sich gerade verändert. Und das ist irgendwann tatsächlich geschehen. Sie hat inzwischen nichts mehr mit der AfD zu tun und heute können wir gemeinsam darüber lachen, dass sie diesen Leuten auf den Leim gegangen ist. Der normale Facebook-Wahnsinn. Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste weiterlesen

Ein Review von Snapchat von einem, der die App noch nie vorher benutzt hat

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Diese App ist die Zukunft. Natürlich. Auch die Zukunft des Journalismus. Und jetzt schon eine wichtige, wenn nicht gar DIE „Nachrichtenquelle“ für seine Nutzer. So steht es zumindest bei Spiegel Online: „Diese App mischt die Medienbranche auf“, Nutzer bekämen dort „längst professionell produzierte Multimedia-Geschichten angeboten“, nachdem die App früher ein „Sexting-Netzwerk für Nacktbilder“ gewesen sei. Ein Review von Snapchat von einem, der die App noch nie vorher benutzt hat weiterlesen

Der Shitstorm als Mittel der politischen Kommunikation

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Erika Steinbach hat aus ihrer Perspektive alles richtig gemacht: Ihre Botschaft verbreitet sich in Windeseile im Netz. Zum Tode von Helmut Schmidt kramte die Berufspolitikerin und -Provokateurin ein uraltes Zitat Schmidts über „Ausländer“ heraus und twitterte es zusammen mit einem Photo des verstorbenen Altbundeskanzlers. In schwindelerregender Geschwindigkeit sprangen Politiker, Journalisten, sogenannte Influencer (i.e. Menschen mit vielen Followern auf Twitter), abertausende Durchschnittsnutzer, aber auch Fernsehfiguren und Prominente wie Jan Böhmermann über das Stöckchen und verbreiteten unfreiwillig die Botschaft von Erika Steinbach („Wir können nicht mehr Ausländer verdauen“), indem sie sie verlinkten und sich darüber empörten. Der Shitstorm als Mittel der politischen Kommunikation weiterlesen