Fünf Twitterer, ein Stichwort: Retweet.

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Anmerkung: Der Artikel stammt aus einer Interviewreihe für mein früheres Blog “Twitterhuder Abendblatt”

mittelschicht11@mittelschicht

„Retweeten ist Weitersagen! Ist Forwarden, Empfehlen, Ich-schick-dir-was. Retweets machen aus Twitter das Broadcasting-Tool. So schnell kannst du nicht schaun, ist eine Botschaft um die Welt. Der RT ist das Basis-Tool zur Exponentialität. Er macht die Lawine möglich, er ist der Kitt im Ameisenstaat. Er hat mehr Relevanz als ein Fav. Er ist wertvoller und kostbarer, weil er seltener ist. So nehme ich ihn wahr und so nutze ich ihn selbst. Ich retweete, wenn es jeder wissen soll. Mein RT ist ein Signal: Schau, lies, nimm zur Kenntnis. Wenn ich einen Tweet wichtig finde, stelle ich mich bewusst in den Dienst seiner Verbreitung. Oder ich retweete, wenn ich auf jemanden hinweisen will, der nicht genug gelesen wird. RT ist dann das bessere #ff. Und manchmal retweete ich, wenn ich Besonderes teilen will. Denn RT ist immer Teilen, ist wie ein Lächeln: kostet nicht viel, macht andere glücklich. Was ich nicht mag: Massen-Favs der Best-of am Stück und Accounts, die nur aus RT bestehen.“

harvey2@poetin aka @harveypuca

„retweets nutze ich mit beiden accounts aus derselben motivation heraus. ich retweete, wenn ich in mir den impuls spüre meiner timeline nicht nur mit meinen favs zu zeigen, was mich besonders erfreut, berührt, lachen lässt oder nachdenklich macht. mal mache ich auf einen für mich exquisiten schreibstil aufmerksam, verbreite ein unterstützungsgesuch oder informationsangebot weiter. mal unterstreiche ich mit einem retweet, dass jemand worte dafür gefunden hat, was sich in mir auch, aber anders oder sprachlos nur findet. meist nutze ich twitters native retweet-funktion, selten baue ich in einen retweet noch einen persönlichen kommentar ein, da der ursprungstweet an wirkungskraft einbüßt und dem urheber womöglich die anerkennung entgeht. werbung für follower-sammeljagden oder eh sehr publike veranstaltungshinweise, meine erhaltenen favs und ganz offensichtlich von geltungsdrang motivierte tweets retweete ich nicht. da gibt es auch ohne mich genug auf twitter, die dem eine bühne bereiten, mein geschmack ist es nicht.“

peterbreuer@peterbreuer

„Mein Motiv, die Favstar Bonus-Features zu benutzen, ist ausschließlich die „More“-Funktion. Dank dieses Buttons sieht man nicht nur die 20 bestbesternten Tweets, sondern in absteigender Reihenfolge alle Beiträge eines Benutzers. Es ist nicht nur eine These, dass die besten Tweets nicht unbedingt die mit den meisten Sternen sind. Denen wünsche ich mit einem Retweet ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.

Ich freue mich, einen Satz retweeten zu können, der vor einem halben Jahr im allgemeinen Getümmel untergegangen ist. Oder eine Pretiose, die mit Abstand umso besser zündet.

Grundsätzlich ist der Retweet für Twitter wichtiger als das Sternengewitter. Die Sterne mögen ja für den ein oder anderen wertvoll sein – aber ein Retweet bringt einem guten Satz mehr Aufmerksamkeit und dem Schreiber ein größeres Publikum. Und darum geht es doch.“

isdjan@isdjan

„Ich halte eine Menge von Retweets und nutze sie recht regelmäßig, um witzige, informative oder auf andere Weise bemerkenswerte Tweets an meine Follower weiterzureichen. Der native Retweet, anfangs ja kritisiert und abgelehnt, hat sich als sehr eleganter und cleverer Weg erwiesen, um gute Tweets mit nur einem Klick und ordentlicher Quellenangabe weiterzureichen. Ich habe auch beobachtet, dass diese Funktion als Leseempfehlung sehr gut funktioniert – vielleicht sogar besser als der ohnehin schon arg überlaufene „Follow Friday“. Ich denke, dass die Einführung eines nativen Retweets, der ja eigentlich eine userseitig erfundene Funktion aufgriff und logisch fortgeführt hat, Twitter als unschlagbar schnelles Informationsmedium weiter vorangebracht hat. Für Menschen, die Twitter, anders als ich, primär als seriöse Informationsquelle zu nutzen suchen, ist dieser Vorteil wahrscheinlich sogar noch deutlich essentieller als für mich, der ja eher bei den Spaßtwitterern zu verorten ist.“

der_handwerk@der_handwerk

„Als Mitglied der Favstar-Mafia muss ich natürlich antworten, dass Retweets ordinär, unwürdig und peinlich sind und dass nur ein Fav die Güte eines Tweets in angemessen cooler Wertschätzung und Kennerdezenz würdigen kann. Aber das ist selbstverständlich Unsinn. Tatsächlich freue ich mich über einen RT mehr als über einen Fav. Zumal ein RT in der Regel zusätzlich Favs generiert – vor allem wenn er zeitlich versetzt ist. (Neben diesen persönlichen, profilneurotischen Gründen sind RTs natürlich für Twitter elementar, was die Schnelligkeit der Weiterverbreitung von tatsächlich relevanten Nachrichten betrifft.)

Dennoch muss ich gestehen, dass ich RTs relativ selten einsetze. Vielleicht gehe ich unbewusst davon aus, dass die Tweets der Leute, die ich lese, eh von jedem gelesen werden. Was natürlich Quatsch ist.

In letzter Zeit retweete ich allerdings häufiger; und zwar großartige Tweets von Leuten mit nicht so vielen Followern, um diese bekannter zu machen, ältere Tweets, die ich auf Favstar-Streifzügen entdecke und die den Sprung über die 50 Favs verdient haben, manchmal die Tweets, die ich als „Tweet of the Day” picke und dann natürlich die spontanen RTs, wenn mich ein Tweet unerwartet zum lauten Lachen bringt oder aufgrund seines Feinsinns, seiner Sprache oder Klugheit begeistert.“

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