App Review: Stuffle (iOS, iPhone)

Konzept

Stuffle.it von den Digial Pioneers aus Hamburg präsentiert sich als lokaler „Flohmarkt“ zum Kaufen und Verkaufen von (Gebraucht-)Gegenständen mit gelungener Darstellung im Pinterest-Stil, der ausschließlich in App-Form und Location-basiert daherkommt. Die Schwerpunkte liegen dabei, wie bei einem echten Flohmarkt auf dem Stöbern nach (obskuren) Gegenständen, aber auch auf dem Verhandeln mit dem Verkäufer und auf dem Austauschen von Nachrichten. Das Konzept trifft damit eine tatsächlich existierende Lücke, auch wenn es bereits ähnliche Apps auf dem Markt gibt.

Design

Designtechnisch ist Stuffle ziemlich gelungen: Schöne Pastellfarben, ein Logo, das man ohne Nervgefahr oben in der Mitte der Navigation Bar immer im Blick haben kann, auch das App-Icon ist außerordentlich attraktiv. Beim Hauptbereich mit den Wasserfall-artig in großen Bildern dargestellten Angeboten, die endlos nach unten weiterscrollen, hat man sich freilich schamlos bei Pinterest bedient, aber das macht derzeit das halbe Internet. Die Tab-Bar (Hauptnavigation) wurde bei aktiver Auswahl in eben dem hellrosa Farbton eingefärbt, der auch sonst die App dominiert. Einziges Problem sind die Icons an selber Stelle, die ein bisschen zu filigran und detailliert gestaltet sind, so dass man nicht in jeder (Licht-)Situation direkt auf den ersten Blick erkennen kann, was das Symbol darstellt, auf das man klickt. Look and Feel sind nach iOS-Standards modelliert, aber auch individuell genug, um aus der Masse herauszustechen.

Usability / User Experience

Worüber man streiten kann: Die Anmeldung, die ausschließlich über Facebook läuft. Selbiges macht allerdings inzwischen jede zweite App und es funktioniert bei Stuffle reibungslos.

Ein wirklich ärgerlicher Punkt ist allerdings das „Profil“, einer der drei Hauptnavigationspunkte, unter dem nach erfolgreicher Anmeldung nichts anderes für den Nutzer zu tun ist, als sein eigenes Facebookbild anzugucken oder auf verschiedenen Wegen „Freunde einzuladen“ (i.e. für die App zu werben). Ansonsten ist die Bedienung allerdings gelungen: Die anderen beiden Menüpunkte „Kaufen“ und „Verkaufen“ sind schlüssig aufgebaut und sehr intuitiv zu benutzen. Der Kaufbereich ist unterteilt in Entfernung des eigenen Standorts zum Anbieter (Angebote näher als 3 km sind ganz oben, näher als 10 km etwas weiter unten usf.) und es kann sehr unkompliziert ein Angebot angenommen, ein Preisvorschlag gesendet oder mit dem Verkäufer per Nachricht Kontakt aufgenommen werden. Auch der Verkaufen-Bereich, der über die Kamera (optional Camera Roll) und drei einfache Felder (Titel, Beschreibung, Preis) funktioniert, wirkt sehr durchdacht und nutzerfreundlich.

Etwäs rätselhaft ist die unterhalb der Navigation Bar angebrachte Sub-Navigation. Zwar ist es clever, diese wegscrollen zu lassen, wenn man beim Stöbern durch die Photos navigiert, um mehr Platz für die Bilder zu haben, aber warum man zwei verschiedene Bereiche für „Verhandeln“ und „Archiv“ braucht (jeweils einmal für die Käufe und einmal für die Verkäufe), bleibt das Geheimnis der Entwickler. Hätte man diese Bereiche stattdessen in den bislang sinnleeren Hauptmenüpunkt „Profil“ (wo man sie erwarten würde) integriert, dann hätte man sich die Subnavigation sogar ganz sparen können.

Fazit

Stuffle ist eine ingesamt sehr gelungene App, die ein bisschen die Nische besetzt, die das inzwischen komplett verstaubte und nicht mehr wirklich benutzbare eBay hinterlassen hat: Verkäufe von Privat an Privat. Präsentation und Usability sind in den weitesten Teilen sehr schlüssig und modern, es macht vor allem aber sehr viel Spaß, die App zu benutzen. Jetzt fehlen nur noch ein paar mehr Nutzer und mehr Angebote, dann könnte das hier zu einem Erfolg werden. Noch schöner würde die App durch die Bildlastigkeit außerdem natürlich auf einem iPad aussehen.

Hinweis: Der Artikel ist ein Crosspost, den ich ursprünglich im Blog des 13. Stocks veröffentlicht habe.

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