Anderthemen – Texte & Diskurse (IV)

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Weitere Leseempfehlungen aus den Weiten des Netzes sind täglich auf meinem Quote.fm-Account zu finden, dort allerdings meist unkommentiert.

1. „Die Zukunft des Feuilletons“The European

Toller Text über die Zukunft der Zeitung und des Feuilletons. Nach Meinung von Tim Klimeš gehört nicht das Feuilleton abgeschafft, wie es in der letzten Zeit immer mal wieder zu hören war, sondern der ganze Rest der Zeitung. Ich unterschreibe das komplett. Gedruckte Nachrichten braucht in der Zukunft wirklich niemand mehr und wird niemand mehr kaufen, tiefergehende Analysen, Querverbindungen und Einblicke, wie sie originär das Feuilleton liefert, sind dagegen noch immer die größte Stärke des gedruckten Blattes.

2. „Nachgeplapperte Lügen“Spiegel Online

Eine Analyse von Stefan Niggemeier über den Auftritt des Ehepaars Kachelmann bei Günther Jauch, das sich dort vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje und den anderen Gästen inklusive des einseitige Sympathien hegenden Publikums erneut an den Pranger stellen lassen musste. Mit im Boot bei diesem wütenden Ausbruch des Volkszorns gegen den Freigesprochenen war übrigens auch das halbe Internet, wie ich zur Sendezeit auf Twitter und Facebook erschrocken feststellen musste. Man muss diese Mobtiraden und Shitstormhassattacken wohl ertragen, aber darf auch nicht vergessen, gegen solche Vorkommnisse anzuschreiben, wofür ich Stefan Niggemeier sehr dankbar bin.

3. „Kwerfeldein diskutiert: Bildkritik“Kwerfeldein.de

Bei Kwerfeldein haben wir (ich bin seit einigen Wochen Mitglied der Redaktion) uns das neue Format „Kwerfeldein diskutiert“ ausgedacht, in dessen Rahmen Mitglieder der Redaktion in wechselnder Besetzung (und vielleicht auch irgendwann mit verschiedenen Gastautoren) bestimmte Themen diskutieren. Die Leser sind in den Kommentaren sehr gerne und herzlich dazu aufgerufen, die Diskussion fortzuführen. Das Format ist dabei absichtlich sehr lange und textlastig, man soll sich Zeit nehmen, den jeweiligen Artikel zu lesen und mehr als nur ein „zur Kenntnis genommen“ daraus mitzunehmen. Die erste Folge dreht sich um das Thema „Bildkritik (im Netz)“.

4. „How a Videogame God Inspired a Twitter Doppelgänger — and Resurrected His Career“Wired

Die Geschichte des Spielemachers Peter Molyneux, seines Aufstiegs, der folgende kreativen Stagnation und wie letztendlich auch ein satirischer Twitter-Account mit dazu beitrug, dass er sich noch mal auf die Socken machte, um etwas Neues zu versuchen. Ich kannte den Namen bisher nur vom Irgendwannmalgehört, habe aber in meiner inzwischen endlos lange zurückliegenden Gamerphase zwei seiner Werke gespielt (Theme Park und Black & White, beides Spiele, die ich wegen der kreativen Möglichkeiten sehr schätzte). Der Artikel ist definitiv auch für Menschen sehr lesenswert, die überhaupt nichts mit Computerspielen am Hut haben.

5. „Zerstrittenes Feminismusblog: Mädchenmannschaft ausgewechselt“TAZ

Nach diesem Blogbeitrag, den ich vor einiger Zeit verlinkt hatte, erscheint in der taz eine weitere und sehr deutliche Kritik an einer bestimmten, elitären Richtung des Netzfeminismus, die ich seit langer Zeit ebenfalls immer mal wieder mit ironischen Tweets kritisiere. Mich stört dabei nicht mal so sehr das Intellektuelle an diesen Radikalmeinungen (im Gegenteil finde ich eigentlich auch, dass man seine Leser nicht unterfordern sollte und halte die Genderforschung für eine sehr ernstzunehmende Fachrichtung), dafür aber umso mehr die Arroganz und Bissigkeit sogar gegenüber gemäßigteren Richtungen des Feminismus und die endlosen Kaskaden der zunehmend absurderen Sprachverschwurbelungen.

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