Kleine Linksammlung zum Thema „Von der Beschaffenheit der Natur krieg ich immer ’ne Gänsehaut.“

natur

Da ich mich in den letzten Wochen immer wieder dabei ertappe, Dokumentationen, Bilder und Artikel zum Thema „Natur und die Beschaffenheit des ganzen Universums“ zu konsumieren, habe ich mich dafür entschieden, ein kleine Auswahl meiner völlig zufällig-subjektiv ausgewählten Fundstücke hier zu dokumentieren. Vielleicht ist ja jemand von einem der Themen ähnlich fasziniert wie ich selbst.

Fangen wir bei den kleinen Dingen an: Sehenswert ist die Dokumentation „Nature’s Secret Power“ über den Ameisenstaat, dazu passend ein Artikel über Neuroparasiten, die vor allem Insekten befallen und diese anschließend wie Zombietiere ohne eigenen Willen fremdsteuern können. Interessanter, aber wohl eher für Nerds, die sich wirklich einarbeiten wollen, ist genau zu dem Thema die komplett im Netz verfügbare Spezialausgabe des Fachblatts „Journal of Experimental Biology“, auf der auch der Sueddeutsche.de-Artikel basiert. Wer sich vor Insekten eher gruselt, der wird vermutlich auch die Arbeit von Morten Aagaard nicht derart faszinierend wie ich finden, denn der Kerl photographiert sie nicht einfach, er macht richtige Portraits.

Zum Thema „Flora und Fauna“ entdeckte ich gestern außerdem die digitale Faksimile-Ausgabe eines absolut grandiosen Buches, das ich vor langer Zeit mal in einer Bibliothek in der Hand hielt: Ernst Haekels „Kunstformen der Natur“ wird hiermit von mir zur Pflichtlektüre erklärt (aus dem Buch stammt auch das Bild über diesem Artikel). Das Ganze ist als sehr großes, aber auch entsprechend lohnendes PDF mit allen Texten erhältlich, sämtliche Seiten können aber auch im Browser betrachtet werden. Wer danach immer noch daran zweifelt, wie bunt und kunstvoll unsere Welt im Innersten usf. ist, der guckt sich diese Quallenphotos des russischen Biologen Alexander Semenov an und merkt langsam was oder hat ganz eindeutig keine Seele.

Aber nicht nur die Erde selbst ist ziemlich spannend. Nachdem man sich einen Überblick über die unfassbare Größe des Universums gemacht hat, bei dem man hinsichtlich der eigenen, ameisenhaften und unbedeutenden Existenz sehr demütig wird, darf man ruhig mal über das Fermi-Paradox und die Drake-Gleichung nachdenken und sich überlegen, worin die Stärken und Schwachstellen der beiden Konzepte bestehen. Anschließend liest man in diesem Artikel (bitte auch die ersten Kommentare mitlesen) weiter, warum ein Kontakt mit potentiellen anderen Lebensformen und Planeten doch ziemlich schwierig werden könnte und kann zwischendurch auch mal feststellen, dass man ein wirklich elender Kohlenstoffchauvinist ist (und außerdem natürlich auch ein Hipster, der sich für Naturwissenschaft nur bei den coolen Themen interessiert). Einen Hinweis darauf, wie Leben unter extremen Bedingungen auf anderen Planeten aussehen könnte, geben möglicherweise die Forschungen an Lake Vostok (und einigen anderen ähnlichen Seen), einem Ort, der seit 20 Millionen Jahren durch eine kilometerdicke Eisschicht von der Außenwelt abgeschnitten ist. Hier ist eine ein bisschen reißerische Dokumentation darüber, in diesem Artikel über ein Langzeitevolutionsexperimente wird außerdem gezeigt, dass sich voneinander abgeschottete Kolonien derselben Art nach vielen Generationen plötzlich völlig anders entwickeln können. Irgendwo in der selben Ecke der Erde mitten auf dem Meer wachsen vielleicht auch solche wunderschönen Eisblumen, die aus Strukturen von Kristallen bestehen, genau wie diese Schneeflocken, mit denen ich meine kleine Linksammlung schließen möchte. Gänsehaut heißt übrigens medizinisch korrekt Piloerektion und ist eine Kontraktion des Muskels des Haarbalgs, die bei unseren stärker behaarten Vorfahren wohl dem Zweck diente, durch Aufrichten der Haare mehr Luft durch das Fell an die Haut zu lassen und das erregte Mütchen zu kühlen.

6 Gedanken zu „Kleine Linksammlung zum Thema „Von der Beschaffenheit der Natur krieg ich immer ’ne Gänsehaut.““

  1. Sehr interessante Hinweise! Bei Heckel, dessen Buch ich mir gerade angesehen habe, ist natürlich die Ästhetik der Ordnung (im Sinne von Klassifikation, Symmetrie), mit der die Objekte dargestellt werden, besonders auffallend. Ich habe für diese Art von Ordnung durchaus etwas übrig. Aber – wie bei deinen anderen Links zu sehen! – Natur kann auch ergreifend schön sein ohne Taxonomie.

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