Kleine Linksammlung zum Thema „Von der Beschaffenheit der Natur krieg ich immer ‘ne Gänsehaut.“ (II)

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Beim Herumflanieren durch Wikipedia und die Weiten des Internets aufgeschnappte Links und Artikel zum Thema Wissenschaft, Biologie und Natur. Vorherige Artikel aus der Reihe: Eins.

Um wieder beim Kleinsten anzufangen, müssen wir kurz zum Großen schwenken: Man sieht die Milchstraße am Nachthimmel nur selten wirklich gut. Auch wenn es inzwischen ein paar sehr detaillierte Karten davon gibt, wie unsere Galaxie in ihrer Gänze gebaut ist (unser Sonnensystem liegt auf dem Orion-Arm und ich werde nie den Verdacht los, dass der Orion-Arm der Milchstraße so etwas wie das Hannover des Universums sein könnte), so nehmen wir sie nur in klaren Nächten als ein schwaches Leuchten war, das man mit ein paar Tricks aber ganz gut photographieren kann (oder mit ein paar mehr Tricks, richtig gut). Aber jemand anderes sieht sie ziemlich gut und orientiert sich sogar in seiner Bewegung in der Dunkelheit daran: Mistkäfer. Wie genau die Gehirne dieser Tiere funktionieren, kann ich nicht sagen, aber man dafür kann man jetzt ja Fischen beim Denken zugucken. Und wenn wir schon beim Thema Wasser sind, dann ist unbedingt zu erwähnen, dass dieses uralte Prinzip von „alles stirbt irgendwann“ nicht ganz zu halten ist: Turritopsis nutricula heißt eine potentiell unsterbliche Quallenart, die von einem japanischen Forscher im Labor nachgezüchtet wird (der in seiner Freizeit gerne selbstgeschriebene Songs über diese Tiere singt, dabei stilecht mit einer Tentakelprücke bekleidet).

Für das Thema „Tiere und Fortpflanzung“ ganz grundsätzlich ist auch der olle Charles Darwin immer noch ein guter Ansprechpartner. Eine komplette Bibliographie seiner Bücher in verschiedenen Sprachen (jeweils als html, pdf und einzelnen Seitenscans) habe ich hier gefunden, aus „Fertilization Of Orchids“ stammt auch das Bild über diesem Artikel. Mit sexueller Reproduktion beschäftigt sich auch der Biologe Tyler Volk von der NYU, der zusammen mit Dorion Sagan im letzten Jahr das Buch „Death & Sex“ veröffentlicht hat, das sich mit den fundamentalsten Fragen des Lebens beschäftigt. Ein paar extrem spannende Passagen aus dem Band finden sich im entsprechenden Artikel bei brainpickings.

Nach Fragen des Lebens oder Nichtlebens an einem ganz anderen Ort forscht in der Zwischenzeit der Mars-Roboter Curiosity, der jetzt seit einem halben Jahr mit einer Radionuklidbatterie (bei früheren Marsmissionen hat man Solarzellen benutzt) in durchschnittlich 228 Millionen Kilometern Entfernung durch die Gegend kurvt, in der Zeit ein ausgetrocknetes Flussbett nachgewiesen und kürzlich auch erstmals den roten Planeten angebort hat. Bei Wikipedia kann man nachlesen, was das fahrende Schweizer Messer, das äußerlich ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Disney-Roboter Wall-E hat, sonst noch so kann und auf dem Nachbarplaneten vorhat. Wenn man sich die sehr beeindruckenden Bilder von dort anguckt, dann fragt man sich schon ein bisschen, warum die Menschheit nicht eigentlich auf jedem Planeten unseres Sonnensystems (und vor allem auch auf so spannenden Objekten wie den Jupitermonden) jeweils zwanzig solcher Maschinen rumfahren und Sachen erforschen lässt. Vermutlich eine Frage des Geldes. Einiges hiervon ist zwar mehr Technik als Natur, aber vielleicht wächst das sowieso in Zukunft zusammen: Forscher haben jedenfalls eine Möglichkeit gefunden, DNA als Datenspeicher zu benutzen. Wenn man dann Kultur mittels Technik in Natur speichert, kommt alles wieder zusammen. Ungefährlich ist dieses ganze Zeug mit dem Fortschritt allerdings auch nicht. Der Philosoph Huw Price denkt jedenfalls bei der New York Times schon mal darüber nach, wie und ob künstliche Intelligenz eine echte Bedrohung für den Fortbestand der Menschheit werden könnte.

Richtig groß ist schließlich das, was kürzlich ein paar Astronomen entdeckt haben. Also so richtig groß, dass man sich eigentlich gar nicht wirklich vorstellen kann, wie fucking groß eigentlich. Das neu entdeckte „Objekt“, das nach Kenntnisstand vor der Entdeckung gar nicht existieren dürfte, aus einem Haufen von Quasaren (das sind Galaxiekerne) besteht und folgerichtig Large Quasar Group (LQG) getauft wurde, hat ungefähr die 40.000fache Größe unserer Milchstraße, die selbst aus geschätzt 100-300 Milliarden Sternen besteht und im Durchmesser etwa 120.000 Lichtjahre misst. Wenn man über diese Zahlen so nachdenkt, dann fühlt man sich ganz schnell schon wieder wie eine dumme, kleine Ameise, sobald man etwa ernsthaft über deutsche Innenpolitik oder ähnlichen Kram redet. Wobei Ameisen auf ihre Weise auch über die Politik in ihrem Staat kommunizieren.

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