Social Media Inventur im zweiten Quartal 2013

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Eine kleine Inventur meiner eigenen Internetaktivitäten als Grundlage für Neusortierungen und Veränderungen in der Zukunft.

Blogs

Weiterhin die Königsklasse. Lange Texte, kurze Texte (bis hin zu Tweets), Photos, Collagen, Malereien und Kram: Alles, was ich im kreativen Bereich neben meinem Hauptjob mache, läuft auf Der Lampiongarten und Die Irrlichterkette zusammen. Gäbe es die Publikationsform Blog nicht, dann würde ich vermutlich gar nichts mit Social Media und sehr viel weniger mit Internet insgesamt machen, sondern nur ab und zu mal mein Portfolio im Netz updaten und anonsten eher für klassische Medien schreiben. Meine Blogs sind und bleiben die einzigen Netzorte, bei denen ich nicht nur das Gefühl habe, komplett selbst den Rhythmus und die Tonalität vorgeben zu können, sondern bei denen es auch tatsächlich so ist. Hier redet niemand wild durcheinander (und wenn hier jemand wild durcheinander redet, dann bin ich es selbst und es ist so gewollt), hier spammt niemand Scheiße direkt neben oder unter meine Postings (und falls doch, dann landet es kommentarlos im Papierkorb), hier kann ich ganz weit ausholen und einfach machen, was auch immer ich will. Seit mehr als sieben Jahren großartig, dieses Bloggen, ich werde wohl nie damit aufhören.

Twitter

Ganz ohne Zweifel mein digitales Zuhause. Ein wilder Haufen Menschen aus verschiedensten Bereichen, aus dem oft welche wieder verschwinden oder neue hinzukommen. Dass ich Twitter als mein Zuhause unter den Social Networks empfinde, erklärt auch meine oft platzende Hutschnur, wenn ich dort ankomme und die Bande wieder mal nörgelnd vor sinnlosen Fernsehtalkshow sitzt und auch sonst den ganzen Tag außer Shitstorms nix auf die Reihe bekommen hat, denn man regt sich ja nicht über Dinge auf, die einem egal sind. Twitter ist oft ein Ort für überzogene Hysterie und vorschnelle Urteile durch einige Spinner, ein Hort für durchgeknallte Radikalinskis und Egomanen genauso wie für Marketingheinis, die für drei Flattr-Klicks ihre Oma verkaufen wollen, aber dennoch auch weiterhin der Ort, an dem man mitten in all dem Irrsinn die klügsten Menschen des Internets treffen kann. Ich twittere viele kurze literarische und sonstige Wortskizzen, werfe Links in die Timeline, kommuniziere viel per DM und sehe weiterhin keinen Dienst, der mir ansatzweise das bieten könnte, was mir Twitter bietet.

Facebook

Das ewige Sorgenkind. Ich weiss immer noch nicht wirklich, was ich mit der Plattform anfangen soll, mein Stream besteht zum überwiegenden Teil aus demselben Schrott wie eh und je, es sind zu viele Leute in meiner Freundesliste, bei denen ich nicht mal weiß, wer zur Hölle sie eigentlich sind und so weiter und so fort. Ich nutze es inzwischen mindestens zu 50% eher privat als Chat- und Kommunikationswerkzeug mit Freunden und Bekannten und zumindest in eben dieser Form funktioniert es halbwegs gut. Auch gut sortierte und ausgewählte Facebooklisten- und Gruppen für Hobbies und Interessen funktionieren einigermaßen und ich finde oft Events über die Seite, die ich besuchen will. Meine Facebookseiten laufen so vor sich hin. Inhaltlich veröffentliche ich dort Ausschnitte aus den Sachen, die anderswo passieren in eher seltener Postingfrequenz (max. 1x pro Tag). Irgendwann werde ich mal wohl die Leute, die ich nicht kenne und bei denen ich auch kein Interesse habe, sie kennenzulernen, in eine große Liste packen und in den Einstellungen dort auf „für immer verbergen“ klicken.

Weitere Plattformen und Tools

Quote.fm:
Gerne und vielgenutzt, streckenweise auch täglich als persönliches Linkverzeichnis. Auch wenn es leider so aussieht, als würde die Plattform bald den Bach runter gehen, kenne ich kein sonstiges Netzwerk, über das man so leicht sehr hochwertige Inhalte entdeckt.

Couchsurfing: Supergerne und weit über den eigentlichen Zweck hinaus. Die coolsten Leute sind Couchsurfer, was vermutlich daran liegt, dass die Seite massiv auf Offlineaktivität angelegt ist, Kommunkation ist hier nur Mittel zum Zweck. Wer mal im Winter Kanufahren gehen will, der findet dort drei Verrückte, die dabei sind.

RSS: Täglich beim Bahnfahren genutzt zum Lesen von Blogs. Meistens über Reeder, auch hier: Zukunft von der Anbieterseite her weiterhin etwas fraglich.

Xing: Kein großes Interesse mehr. Alle paar Wochen mal einen Link einstellen und Kontaktanfragen bearbeiten, dann nix wie weg, bevor ich sehe, dass ich wieder zu 456 sinnlosen Marketingveranstaltungen eingeladen wurde.

Flickr: Stelle dort noch meine Photos ein, um sie von anderswo wieder einzubinden. Viel mehr nicht.

iTunes U: Kein Social Network, trotzdem super Lernplattform.

Tumblr: Benutze ich ganz gerne, um Texte zu „testen“. Veröffentliche dort experimentell viele Dinge und Textskizzen aus meinen Notizbüchern und wenn sie sich nach ein paar Tagen noch „richtig anfühlen“, dann kommen sie ins richtige Blog.

Skype: Ab und zu zum Chatten, seltener zum Telefonieren. Tolles Werkzeug, erfüllt genau seinen Zweck.

Whatsapp: Siehe Skype. Gutes Tool als kostenloser SMS-Ersatz an Leute mit Smartphones. Jeder benutzt es, ich auch.

Foursquare: Mit einigem Abstand das nutzloseste Netzwerk, bei dem ich jemals Mitglied war. Verstehe nicht mehr, was ich daran fand und muss bald endlich mal meinen Account entsorgen.

Google Plus, Instagram und Pinterest: Wenn die Hölle zufriert.

2 Gedanken zu „Social Media Inventur im zweiten Quartal 2013“

  1. Zufällig (?) weiß ich, dass du auch bei Last.fm mit einem Account vertreten bist. Mich würde eine kurze Einschätzung deinerseits zu diesem Dienst interessieren, falls du ihn nicht absichtlich unberücksichtigt gelassen hast.

    1. Späte Antwort: Ich mag es gerne für Statistiken. Aber man muss ja quasi nichts machen, um es zu benutzen. Musik entdecken oder gar hören: Dafür gibt es wesentlich bessere Plattformen.

Ach komm, erzähl mir nix (oder doch)

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