Die perfekte Timer-App: Timebar

timers

Wer mir (auf welchem Kanal auch immer) schon einige Zeit zuliest, der hat vielleicht schon mal bemerkt, dass ich beim Thema „produktives Arbeiten“ ein relativ radikaler Verfechter von Monotasking und der Pomodoro-Technik bin (die ich jedem empfehlen würde und worin ich mich immer wieder durch Studien und Artikel bestätigt sehe): Ablenkungsfreies Arbeiten an jeweils genau einer Tätigkeit zur selben Zeit in kleineren Zeitblöcken á 30 Minuten, dann 5 Minuten Pause und das Ganze wieder von vorn. Twitterclient, Facebook, Browser und jeder andere Schrott, der die Aufmerksamkeit davon ablenkt, in die Zone zu kommen, sollten während der Arbeitsintervalle dabei möglichst komplett geschlossen bleiben.

Um eine solche Arbeitsweise effektiv umzusetzen, braucht man in erster Linie ein gutes Werkzeug, um die entsprechenden Zeitintervalle zu messen. Kurz gesagt: Ich habe wirklich alles ausprobiert. Ich war in der Vergangenheit immer wieder tagelang beinahe besessen davon, die ideale Möglichkeit zu finden, um meine Arbeitsblöcke zu timen, schließlich ist das entsprechende Werkzeug dasjenige, welches ich jeden Tag am häufigsten verwende. Ich testete Stoppuhren, Küchenuhren, Taschenuhren, Wanduhren, zuletzt sogar eine große Sanduhr mit Holzverkleidung, die noch immer meinen Schreibtisch ziert, alle Apps für iOS, die es gibt (die beste ist Repeat Timer Pro) bis hin zu obskuren japanischen Apps, die vermutlich in der Geschichte der westlichen Welt nur ein einziges Mal heruntergeladen wurden (nämlich durch mich), stieg dann um auf spezielle Pomodoro-Apps, probierte schließlich alles, was man sich direkt auf dem Rechner installieren kann, jeder einzelne Zeitmesser des Mac App Stores, den ich irgendwie ausgraben konnte, wurde tagelangen Praxistests unterzogen.

Ein Problem bliebt dabei immer bestehen: Egal, welche App oder welchen physischen Timer ich verwendete, nichts davon schaffte es, meine in sich paradoxen Anforderungen an einen guten Zeitmesser zu erfüllen, die aus zwei sich widersprechenden Aussagen bestehen, nämlich

I. Ich will den Timer zur jedem Zeitpunkt sehen können, ohne irgendwo hinklicken oder woanders hingucken zu müssen.

II. Ich will den Timer zu keinem Zeitpunkt sehen müssen, d.h. er darf keinen Platz auf dem Bildschirm / in meinem Sichtfeld wegnehmen oder gar zusätzlich visuell auffällig sein.

Die App, die tatsächlich den Spagat schafft, beide Forderungen zu erfüllen, und die ich vor einigen Tagen endlich fand, nennt sich Timebar und bedient sich eines schlichten, aber genialen Tricks: Die Menü-Bar des Mac wird zum Fortschritts- bzw. Ablaufbalken umfunktioniert, d.h. ein bereits existierendes Element wird gehijacked und subtil mit der benötigten Funktion zusatzbelegt, ohne dabei die Standardfunktionen zu behindern.

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Dadurch, dass man zusätzlich die Farbe des Countdownbalkens auch auf weiß / transparent setzen kann (das leichte Standardblau ist mir persönlich bereits zu aggressiv), entsteht keinerlei Ablenkung vom Arbeitsfluss, aber der Timer ist doch zu jeder Zeit deutlich visuell sichtbar, wenn man ihn kurz anguckt. Der Rest des Interfaces ist im Grunde egal, auch wenn er ähnlich schlicht und intuitiv wie die Grundidee daherkommt und mit wenigstens zwei hübschen und wenig störenden Soundeffekten (unter vielen nervigen) ausgestattet ist, die den Ablauf des eingestellten Zeitintervalls akustisch verkünden.

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Kurzum: Timebar ist simpel, minimalistsch, ablenkungsfrei, schlicht perfekt. Es sind die besten drei Euro, die ich in diesem Jahr in eine App investiert habe. Klare Empfehlung für jeden, der in irgendeiner Form auf einem Mac die Zeit messen will.

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