Anderthemen – Texte & Diskurse (VI)

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Weitere Leseempfehlungen aus den Weiten des Netzes sind täglich auf meinem Quote.fm-Account zu finden, dort allerdings meist unkommentiert.

1. „Are We Alone?“ / „Does Life Have A Purpose?“Aeon Magazine

Zwei Artikel aus dem Aeon-Magazin, zwei Mal die ganz großen Themen: „Are we Alone?“ von Caleb Scharf denkt über die Position des Menschen im Universum nach und rechnet auf verschiedene Weisen die (Un)Wahrscheinlichkeiten für Leben außerhalb unseres Planeten vor („There could be about 23 billion stars in our Milky Way galaxy, each harbouring Earth-sized planets with life-friendly temperatures“), das Gegenstück „Does Life Have A Purpose?“ von Michael Ruse beschäftigt sich mit Teleologie in Bezug auf Lebewesen („Nobody expects atoms and molecules to have purposes, so why do we still think of living things in this way?“) und stellt die Frage nach dem Sinn der Existenz.

2. „Groupthink.“The New Yorker

Jonah Lehrer (schöner Name) schreibt im New Yorker über Denken in Gruppen und Teamwork und räumt dabei mit einer Menge alter Mythen auf, wie etwa der, dass bei einem Brainstorming Kritik erstmal irrelevant und es für die Kreativität sehr gut sei, schnell und assoziativ Ideen zu sammeln, die man später verfeinern kann. In Wahrheit funktioniert nämlich der ganze kollektive Denkprozess nicht. Halbwegs dazu passend: „Die Coworking-Szene am Scheideweg?“ – Eine scharfe Kritik am Konzept Coworking und der bisherigen Umsetzung.

3. „Weddings Used To Be Sacred And Other Lessons About Internet Journalism“Techcrunch

Monströs langer und strukturell leicht wirrer Artikel von Sean Parker (hier außerdem ein lesenswertes Portrait über ihn) über die hasserfüllten Netzreaktionen nach einer Reihe von falschen Berichten über Umweltzerstörung bei seiner Hochzeit und darüber, wie Journalismus im Netz stellenweise ein reiner Klickgenerator ist, der gar nicht das Ziel hat, seine Meldungen zu überprüfen.

4. „Genus und Sexus“L’esprit de l’escalier

Die linguistische Seite der ganzen Gender- und Sprachdebatte ist naturgemäß etwas trockener als die lustigen Witzchen und Übertreibungen, die in den Schlagzeilen kursierten („Frau Professor“) und die schrecklich-emotionalen Streitereien auf Blogs und Social Media-Plattformen, aber am Ende doch ziemlich eindeutig (wenn es sich bei dem Schreiber nicht gerade um diesen Linguistendarsteller aus der Piratenpartei handelt, der eher in ideologischer als in wissenschaftlicher Mission unterwegs ist): „Der Kern des Prob­lems ist darin festzuset­zen, daß meist kein Unter­schied zwis­chen Genus und Sexus gemacht oder, viel häu­figer, gle­ich ganz verkannt wird.“

5. „You Won’t Finish This Article“Slate

Eigentlich völlig egal, was ich hier schreibe und verlinke: Die meisten Leute lesen im Internet eh nicht. Teilweise dürfte der Grund für die Popularität von Facebook und Co. auch darin liegen, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beim Surfen (kein Kulturpessimismus, es gibt viele Studien darüber) so kurz ist, dass sie nur über ein paar Sätze reicht. Farhad Manjoo hat die dazu passenden Zahlen und Grafiken und erklärt in einem sehr unterhaltsamen Artikel, wie viele Leute an welcher Stelle aufhören, seinen Text zu lesen.

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