Kleine Linksammlung zum Thema “Von der Beschaffenheit der Natur krieg ich immer ‘ne Gänsehaut.” (III)

naturhead4

Beim Herumflanieren durch Wikipedia und die Weiten des Internets aufgeschnappte Links und Artikel zum Thema Wissenschaft, Biologie und Natur. Vorherige Artikel aus der Reihe: Eins, Zwei.

Fangen wir bei den kleinen Dingen an: Blattläuse. Um sich gegenseitig vor Angriffen von diesen Pflanzensaft trinkenden Minivampiren zu warnen, kommunizieren Pflanzen mit ihren Nachbarpflanzen über einen symbiotisch mit der Pflanzenwurzel verbundenen Pilz (komplette Studie hier), so dass diese ihre Verteidigungssysteme schon hochfahren können, bevor sie selbst angegriffen werden. Eine Art biologisches Internet. Raupen fressen ebenfalls Blätter und verpuppen sich dann später, um zu einem Schmetterling zu werden. Wie genau das funktioniert, wurde kürzlich von Wissenschaftlern mittels CT-Scans von Puppen in unterschiedlichen Stadien erforscht. Auf YouTube komplett zu sehen ist derweilen die Doku „Microcosmos“ (97% bei Rotten Tomatoes, unzählige Preise, Wikipediaeintrag).

Die faszinierendsten Naturphotographien des letzten Jahres sah ich bei Nick Brandt, der Tiere ins Szene gesetzt hat, die durch Kontakt mit einem Natron-See buchstäblich in Statuen verwandelt wurden. Konzeptuell umgekehrt ist das bei dem „Steinwesen“ Pyura chilensis, das lediglich über einen Zufluss und einen Abfluss mit der Außenwelt in Kontakt steht. Meine Spiegelneuronen sind irritiert bei dem Versuch, mir vorzustellen, wie es sich anfühlen muss, dieses Tier zu sein („Du glaubst, Du bist introvertiert? Das bizarre Steinwesen ist introvertiert!“). Gar keine Spiegelneuronen haben dagegen derzeit Computer, obwohl sie immer klüger werden. In einer Reihe über die Risiken von künstlicher Intelligenz bei „LessWrong“ kann man nachlesen, warum diese Intelligenz gefährlich werden könnte. Keine Überleitung mittels Assoziationsketten fiel mir dagegegen zu diesem Vortrag von Roger Penrose ein, der über die berühmten Penrose tiles spricht (ohne zu tief in Mathematik einzusteigen).

Nicht minder aufregend sind die Nachrichten von den großen Dingen: Im Podcast „Raumzeit“ der ESA geht es in dieser zweistündigen Folge um die Gaia-Mission, die am 8. Januar den L2-Punkt in etwa 1.5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde erreicht hat und von dort 1 Milliarde Sterne und damit geschätzt 1% aller Sterne unserer Milchstraße vermessen wird. Eigenhändig Sterne vermessen darf man beim Crowd-Astronomieportal Star Date: M83 , das die systematische Klassifizierung von Sternhaufen in der Spiralgalaxie Messier 83 an die Nutzer überträgt. Eine weiteres ESA-Projekt, das gerade läuft, ist die Rosetta Mission, deren Plan es ist, auf dem Kometen 67P/CG zu landen. Kometen sind generell spannend, schließlich sind sie vielleicht auch der Ursprung allen Lebens. Mit Menschen an Bord zu seinem Ziel gelangen will hingegen das (über?)ambitionierte Projekt „Mars One“, über das im Deutschlandfunk ein kleines Feature zu hören war. Neue Erkenntnisse über unser Universum sind also auf dem Weg.

Anderswo (ich erinnere mich nicht mehr) bin ich über die sogenannte Edge-Frage gestolpert, die jährlich von dem Literaturagenten John Brockman an Wissenschaftler gestellt wird. 2014 lautet die Frage, welches wissenschaftliche Konzept „ready for retirement“ wäre und unter den Antworten findet sich auch der Physiker Andrei Linde, der mit der Idee herumspielt, dass Naturgesetze in verschiedenen Teilen des Universums unterschiedlich funktionieren könnten und der Kognitionsforscher Benjamin K. Bergen, der gerne die Theorie der Universalgrammatik beerdigt sehen will. Vermutlich sind Einheitserklärungen in einer Welt, in der sogar Pflanzen miteinander sprechen, auch nicht der richtige Ansatz.

Ach komm, erzähl mir nix (oder doch)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s