Anderthemen – Texte & Diskurse (VIII)

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Unregelmäßige und mit meiner unglaublich wichtigen Meinung garnierte Leseempfehlungen aus den Weiten des Netzes. Wer diese Texte nicht gelesen hat, der lebt höchstwahrscheinlich unter einem Stein, ganz hinten in einer Höhle auf einer einsamen Insel, die noch nicht kartographiert wurde.

1. „Hoodiejournalismus? Wie wär’s denn mal mit Inhalt?“Publikative.org

Ich hatte gestern den Tweet „Klickstrecke mit bunten Twitter-Selfies darüber, warum Online-Journalismus total relevant ist“ geschrieben und später wieder gelöscht, weil mich das permanent wiederkehrende Thema Print- vs. Online-Journalismus sehr langweilt und mich selbstbezogene, inhaltsleere Twitter-Aktionen auf die Palme bringen können, aber diese Polemik von Andrej Reisin ist durchaus lesenswert. Tatsächlich ist es so, dass keine der beiden Seiten (sofern es hier überhaupt irgendwelche Seiten gibt) Grund zur Arroganz gegenüber der anderen haben haben dürfte: Print-Journalisten werden von immer weniger Menschen gelesen und sind nicht verlinkbar, die Onliner produzieren schlicht und einfach in den meisten Fällen nicht die gleiche Qualität von Texten (zu ihrer Entschuldigung kann man vielleicht anbringen, dass sie oft schlechter bezahlt werden und weniger Zeit haben, aber das reicht als Rechtfertigung nicht). Mir persönlich, und so dürfte es vielen Menschen gehen, ist das Trägermedium inzwischen komplett egal, ich bewege mich als Leser immer dort hin und bezahle dort für Journalismus, wo die richtig guten Texte sind und das ist in vielen Fällen noch Print.

2. „Neunzig Jahre Necronomicon: Das Buch, das niemals war“Tom Hillenbrand

Sehr, sehr lesenswerter und langer Essay über „Das Buch, das niemals war“: Tom Hillenbrand beschreibt die Geschichte des fiktiven, von Howard Phillips Lovecraft erfundenen Buches „Necronomicon“, das vielleicht berühmteste Werk der Literaturgeschichte, das niemals existiert hat. Das verstehe ich unter „Qualitätsjournalismus“.

3. „Photosynthese auf fremden Planeten“Science Blogs / Astrodicticum Simplex

Spannender Artikel über die theoretische Möglichkeit von pflanzlicher Photosynthese auf Exoplaneten und daraus entstehende theoretische Möglichkeit, aus der Ferne eben jenes Leben zu entdecken. Florian Freistetter beschreibt in dem Artikel, wie Licht, Magnetfeld und andere Faktoren auf Exoplaneten eine dort eventuell vorkommende Fauna beeinflussen und welche Ausprägungen das haben könnte, zum Beispiel „migrierende Pflanzen“, die mitwandern, um auf der Sonnenseite ihrer Heimat zu bleiben. Die ganze Biomarker-Geschichte scheint mir aus meiner laienhaften Sicht auf die Astronomie eine der derzeit vielversprechendsten Methoden zu sein, um nach (niedrig entwickeltem) Leben auf anderen Planeten zu suchen und endlich mal die Frage zu klären, ob die Erde ein extremer Ausnahmefall oder doch ganz normal im Universum ist.

4. „Through the Watching Glass“Medium.com

Vielleicht einer der besten Artikel über die relativ heftigen Probleme und Kontroversen, die das Produkt Google Glass verursachen wird, sofern es denn irgendwann auf den freien Markt kommt. Ich bin eigentlich ein Freund von Technikprodukten und probiere gerne neue Gadgets aus, aber in diesem Fall stehe ich eindeutig auf der Seite der Skeptiker: Ich halte Google Glass aus einer ganzen Reihe von Gründen für gefährlich. Die Vorstellung, Social Media mit all seinen oft asozialen Verhaltensweisen und (noch vorhandenen oder grundsätzlich vorhandenen?) Problemen (Pranger, Häme, Trolle, Kindergartenkriege, um nur die offensichtlichsten zu nennen) mittels einer Kamera in jedermanns Gesicht direkt auf die Straße zu tragen, löst in mir heftiges Unbehagen und innere Widerstände aus, von den Implikationen für Privatsphäre und Datenschutz ganz abgesehen.

5. „Wie Katzengold“Kwerfeldein Fotografie Magazin

Ein kurzer Text von und über die Künstlerin Maria ‚Wolfwendy‘ Windschüttel, den ich für Kwerfeldein aus einer Reihe von Texten, Bildern und Tweets der Künstlerin zusammengebaut habe. Ich bin persönlich einer großer Fan der Atmosphäre und der surrealen, poetischen Dichte in den unterschiedlichen Dingen, die Wolfwendy fabriziert.

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