Social Media-Inventur im vierten Quartal 2014

socialweb2

Eine kleine Inventur meiner eigenen Internetaktivitäten als Grundlage für Neusortierungen und Veränderungen in der Zukunft.

Blogs

Nach wie vor genau mein Medium, auch wenn ich die Frequenz meiner Blogpostings deutlich heruntergefahren habe. Ich habe kein Interesse mehr an Artikeln zu aktuellen Themen, hohen Leserzahlen und Klicks von Leuten, die einen dummen Kommentar hinterlassen und am nächsten Tag wieder weg sind. Ich mache eigentlich auf meinen Blogs nur noch das, was ich will. Was sich deutlich verändert hat: Wenn ich die Links nicht mehr streue, findet die Inhalte kaum mehr jemand. Eine zunehmende Zahl Menschen scheint nur noch Social Networks als Link- und Newsquelle zu nutzen, was ich leicht bedenklich finde. Ansonsten gilt für Blogs immer noch das, was ich im allerersten Inventur-Text vor eineinhalb Jahren schrieb.

Facebook

In einem Wort: Egal. Was auf Facebook passiert, hat meiner Einschätzung nach wenig Relevanz für den öffentlichen Diskurs und es hat auch schon länger keinerlei Relevanz mehr für mein Leben. Ich könnte meinen Account einen Monat zumachen und würde im Alltag kaum einen Unterschied bemerken. Die Inhalte, die dort gut laufen, sind die, die früher bei MySpace auch gut gelaufen sind: Schrottiger, glitzernder Herzchenmist. Die Links, die mich interessieren, finde ich dort nicht und wenn ich sie anderswo finde und selbst dort veröffentliche, dann rufen sie nur Desinteresse hervor. Was ich hingegen durchaus oft nutze: Den Facebook-Messenger am Smartphone, vor allem aus dem Grunde, dass viele Leute derzeit über Facebook deutlich schneller zu erreichen sind als über Mail. Das ist aber nur meine eigene Bequemlichkeit, wenn ich müsste, könnte ich auch mit Mails, Telefon oder gar handgeschriebenen Briefen als Kommunikationsmittel gut leben.

Twitter

Ich war eine ganze Zeit lang regelrecht süchtig nach Twitter, was sich auch hier im Blog thematisch wiederfindet. Gucke ich mir die Statistiken zur Menge meiner Tweets über die Monate an, dann merke ich, dass die Zahl bis etwa Ende 2013 konstant zugenommen hat. Ab dann wurde es instabil, ging rauf und runter, es folgten auch mal wochenlang gar keine Tweets. Ich kann nicht genau sagen, was diese Veränderung ausgelöst hat, aber vermutlich war es Frustration über die Tatsache, dass sich Twitter nicht mehr weiterentwickelt, und damit meine ich nicht die Technik, sondern einen Großteil der Nutzer. Im Grunde passiert auf Twitter seit Jahren das Gleiche, ich kenne die Meinungen schon und die Wortspielchen und Aufreger werden auch irgendwann alt. Ab und zu kommen mal neue, sehr intelligente und lesenswerte Leute dazu, meistens ist es aber seit Jahren derselbe Quark von denselben Personen.

Derzeit mache ich aus verschiedenen Gründen (auch den oben genannten) eine Twitterpause, aber natürlich werde ich das Netzwerk wieder und weiter nutzen. Es ist trotz allem einer meiner Lieblingsorte im Netz und das liegt vor allem an den Menschen, die nicht zu dem genannten Großteil der Nutzer gehören.

Ello

Der Newcomer in meiner Liste. Ello ist neu, es sind noch nicht viele Menschen dort und es ist gut. Ello hat ein tolles User Interface, ein schickes, eigenwilliges Design und auch das Konzept überzeugt mich komplett: Man ordnet dort seine Kontakte mit einem Klick in eine der beiden Kategorien „Friends“ und „Noise“ ein, für die es jeweils eine eigene Ansicht gibt. Friends zeigt die Inhalte der engeren Kontakte ausführlich, Noise entspricht eher einer großen, chaotischen Wall mit allen Postings der dort eingeordneten Menschen. Wenn man so will, hat Ello das einzig sinnvolle Feature von Google Plus übernommen (Circles) und radikal vereinfacht. Ansonsten setzt es ganz auf ein klassisches Follow-Prinzip. Momentan ist Ello vor allem voll von Twitterern, die dort gerne etwas ausführlichere Postings veröffentlichen und es fühlt sich sehr familiär, intim und schön an. Man muss abwarten, was passieren wird, wenn dort mehr Nutzer aufschlagen und solche gruseligen Dinge wie Favs, Beliebtheitswettbewerbe, „witzige“ Bildchen, Streitereien und Shitstorms mitbringen. Bis dahin bin ich auf Ello als @noemata zu finden.

Weitere Plattformen und Tools

Reddit: Gemäßigtes, aber konstantes Interesse. Ich lese sehr gerne in einigen der Themenkanälen mit, die ich abonniert habe (vor allem Photoshop, Design, Photographie und einiges wissenschaftliches Zeug). Das ist überhaupt der große Vorteil von Reddit: Es basiert auf Themen, nicht auf Personen. Ein aktiver Reddit-User (abgesehen von ein paar sporadischen Kurzpostings) werde ich aber wohl nicht.

Skype, Whatsapp, iMessage, WeChat: Verschiedene Kommunikationstools, die ich dann nutze, wenn ich Leute erreichen will, die vorwiegend diese Tools nutzen. Ich selbst brauche nichts davon, aber passe mich entsprechend den Kommunikationsgewohnheiten meiner Bekannten und Freunde an. Wenn ich irgendjemanden regelmäßig erreichen wollte, der ein echter Snapchat-Fan ist, würde ich vermutlich auch das tun, aber persönlich habe ich kein tieferes Interesse an diesen Werkzeugen.

Last.fm: Nutze ich nach wie vor sehr gerne, aber dafür muss ich nicht wirklich etwas tun, außer Musik zu konsumieren. Last.fm verschwendet insofern nicht meine Zeit, es kann aber ab und zu auch sehr hilfreich dabei sein, neue Musik zu finden, da es vorwiegend von echten Musiknerds bevölkert wird (die Masse ist derweilen zu Spotify abgewandert, weil dort auch die Musik selbst zu finden ist).

Google Plus, Instagram und Pinterest: Wenn die Hölle zufriert.

Fazit

Meine Social Media-Nutzung ist auf dem niedrigsten Stand seit langer Zeit und das fühlt sich gut und richtig an. Ich empfinde es momentan so, dass auf keinem der genannten Portale der Zeitaufwand in einem guten Verhältnis zum Nutzen steht. Stattdessen lese ich bei im Rahmen meiner Netznutzung sehr viele Essays und längere Artikel, auch wieder diverse Blogs und treibe mich auch viel auf Lernplattformen wie iTunes U, Coursera oder TutsPlus herum. Das Internet ist groß und großartig und man darf wohl nicht den Fehler machen, sich vorwiegend auf Social Media-Plattformen aufzuhalten, auch wenn dort die meisten Leute sind, sonst bekommt man zwar den Gossip des Tages mit, findet aber selten die richtig guten Inhalte (nach denen muss man aktiv suchen).

2 Gedanken zu „Social Media-Inventur im vierten Quartal 2014“

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