In eigener Sache: Anderswo. (4)

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Der Selbstdokumentation halber: Eine unvollständige Sammlung von Dingen, die ich in der letzten Zeit an anderer Stelle verbrochen habe.

Kunstprojekte: Ich habe einige neue Sachen gemacht, vor allem habe ich den dritten Teil meiner Fraktal-Reihe fertiggestellt. Ooze.Xothoth (Zyklus III) wird mutmaßlich auch der letzte Teil dieser Serie sein, denn diese Bilder sind einfach irre zeitaufwendig. Ich weiß nicht, ob ich es noch mal schaffe, mich monatelang jeden Abend hinzusetzen, bis ein paar abstrakte Fraktale fertig sind, ohne dabei den Verstand zu verlieren.

Außerdem neu zu sehen: Der zweite und der dritte Teil meiner fortlaufenden Serie „Faces Of The Streets“, die so eine Art Hybrid aus Straßen- und Portraitphotographie ist („Straßenportraits“). Außerdem habe ich begonnen, meine Massen an Naturphotos aus Finnland und Schweden vom Sommer durchzusortieren, teilweise auch schon zu bearbeiten und habe einige Ansätze, wie ich sie zu verschiedenen Serien verknüpfen kann. Insbesondere eine neue Reihe über tote Bäume in etwa diesem Stil finde ich vielversprechend. Zu Weihnachten werde ich dann auch hoffentlich mal wieder ein bisschen mehr Zeit haben, um im Wald abstrakte Natur- und Macrophotos zu machen. Gerade gefrorene Pflanzen (so lange sie nicht unter Schneemassen begraben sind) interessieren mich gerade sehr.

Texte: Nicht Anderswo, sondern hier auf Der Lampiongarten ist relativ spontan die Serie „Komplettreview“ entstanden, die mir am Herzen liegt und in der ich jeweils die komplette Diskographie von Bands oder Solokünstlern sehr ausführlich rezensieren und gleichzeitig ein paar größere Einordnungen in die Musikgeschichte machen will (weils ja sonst wieder keiner tut). Bisher gibt es in der Reihe, die hoffentlich etwas länger laufen wird, einen Artikel über The Smashing Pumpkins und über Emperor.

Ich habe außerdem einen Text beigetragen zu dem Buch „Tausend Tode schreiben“, das im Frohmann-Verlag erschienen ist und verschiedene Autoren mit literarischen Texten über den Tod versammelt. Auch Die Irrlichterkette wird sich wieder mit Leben füllen, bis dahin habe ich schon mal ein paar Fragen.

Derzeit arbeite ich aus diversen Gründen (gefühlter Burnout) in meiner Freizeit etwas weniger an Kunst und Text und versuche mich stattdessen in aus meiner subjektiven Perspektive weniger druckdurchselbstanspruchinduzierenden Aktivitäten (vor allem Gitarre spielen, Klettern und mindestens einmal die Woche zum Zahnarzt gehen), aber für das neue Jahr sind natürlich schon etwa vierhundertsiebenunddreißig neue Projekte geplant.

Dankeschön fürs Angucken und jegliches Feedback :).

3 Gedanken zu „In eigener Sache: Anderswo. (4)“

  1. Lieber Sebastian, von Deinem Text bei den Tausend Toden bin ich enttäuscht. Und da ich mir selbst wünsche, dass Menschen von meinen Texten nicht einfach nur achselzuckend enttäuscht sind, sondern möglichst präzise sagen, warum, will ich dasgleiche versuchen.

    Das elektrisierende an diesem Projekt ist für mich, dass die Leute was wagen. Da werden nicht irgendwelche künstlerischen Konzepte durchkonjugiert und möglichst clever in Form gegossen, sondern die Texte sind direkt, auf den Punkt, verwundbar. Sogar Huck, bei dem ich sonst immer nach drei Tweets wieder aussteige, weil ich seinen Blödeleien um fünf Ecken einfach nicht folgen kann, setzt sich hin und schreibt einen klaren, direkten, erschütternden Text, dem man achtungsvoll lauscht.

    Sebastian Baumer nicht. Du baust eine ästhetische Fassade auf mit Ironie und dem üblichen, Baumerschen Elitarismus, der Sebastian Baumer so gut zu Gesicht steht. Aber das merkwürdige ist doch, dass Du mit jeder Faser das Leben, das es nur zum Lifestyle bringt, ablehnst, und dann ist Dein Text der einzige in dem ganzen Buch, der den Tod ironisch als Lifestyle verkauft und nicht darüber hinauskommt.

    Ich verfolge das natürlich deshalb so aufmerksam, weil ich durchaus spüre, dass Du Dich an etwas abarbeitest. Die Passage mit dem Wollknäuel ist diejenige, wo ich noch am ehesten das Gefühl habe, Dir auf Augenhöhe zu begegnen. Aber die Verblüffung, und auch ein wenig der Ärger, bleibt, dass Du Dich mehr offenbar nicht traust.

    I thought you knew how to be scared. (Dar Williams)

    Andre

    1. Danke für das Feedback, ehrlich :).

      Ich hatte bei dem Thema damit gerechnet, dass geschätzt 200% der anderen Texte vorwiegend Gefühlsduselei und Ängste sein werden, kann man sich gut mit identifizieren, so true, das Gefühl kenne ich eeecht gut, etc. So schlimm war es dann doch nicht.

      Vielleicht ist mein Text insofern unbewusst „anti“ und richtet sich gegen das, was man bei dem Thema normalerweise erwartet.

      Was ich aber auch sagen wollte: Den Tod kann man auch als Befreiung von allen Zwängen, von all der Selbstverwirklichung, von der Suche nach Sinn und der ganzen Scheiße lesen, mit der man sich beschäftigt. Müsste ich den Tod verkaufen, dann würde ich ihn genau so vermarkten: Als das ideale Lifestyle-Produkt, das die ganze Sinnsuche beendet.

      1. Offenbar leben wir eben doch auf unterschiedlichen Seiten der Welt. Für Dich sind Gefühlsduselei und Ängste grundsätzlich verdächtig und der Demontage würdig; es muss schon eine Menge zusammenkommen, damit Du es vielleicht ausnahmsweise doch gelten läßt – für mich ist das, was Du Gefühlsduselei nennst, Präzision, und bei Ängsten wird es überhaupt erst spannend, da muss schon eine Menge zusammenkommen, damit ich es ausnahmsweise für übertrieben und unerträglich halte.

        Man könnte einwenden, dass es in dem Buch um ein Thema ging und nicht darum, ästhetisches Terrain abzustecken, und insofern Deinem Text vorwerfen: Thema verfehlt.

        (Einem Thema kann man sich immer nur unter Einsatz einer bestimmten Ästhetik nähern, aber in Deinem Text nimmt der ästhetische Grabenkampf einen überproportionalen Raum ein, er scheint tatsächlich das eigentliche Thema für Dich zu sein, das ist mein Vorwurf, nun gut, sagen wir: Unbehagen, sagen wir: meine Enttäuschung.)

Ach komm, erzähl mir nix (oder doch)

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