Warum ich die Bild-Zeitung komplett ignoriere (und Du das auch tun solltest)

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Kai freut sich: Über seine Zeitung und ihre neue Kampagne diskutiert wieder mal das ganze Netz. Wie eigentlich mit jeder größeren Aktion seiner Zeitung hat er es in die Köpfe aller Facebook- und Twitternutzer geschafft. Auch ich habe davon erfahren, mehrfach fand das Thema durch verschiedene Kontakte und Freunde seinen Weg zu mir. Darüber spricht Deutschland.

Obwohl ich Kais Zeitung eigentlich vollständig ignoriere und selten in Geschäften vorbeikomme, in denen es sie zu kaufen gibt, erfahre ich immer von den Aktionen und aktuellen Kampagnen in Kais Zeitung, denn sie ist in meinen Timelines und Feeds im Netz ein konstantes und beliebtes Thema. Zwar berichten die Leute in meinen Timelines fast nie auf positive Art über Kais Zeitung, im Gegenteil ist es fast ausschließlich Empörung, aber Dank der Leute, die sich darüber aufregen, kommen Kais Botschaften seit vielen, vielen Jahren sehr zuverlässig bei mir und jedem Anderen an, der soziale Medien nutzt.

Aus genau diesem Grund ignoriere ich Kais Zeitung vollständig und erwähne sie möglichst nie. Ich will nicht über die Zeitung und ihre eigentlich immer indiskutablen Inhalte und Themen sprechen. Für Kai sind die Inhalte schon okay. Er hat kein Problem damit, der Bad Guy zu sein. So lange Deutschland darüber spricht, bringt ihm das viel Geld und viel Aufmerksamkeit und damit auch viel Macht und viel Respekt. Viel Geld, Aufmerksamkeit, Macht und Respekt sind für Kai viel wichtiger als das bisschen Bad Guy-Image. Ich will keiner von denen sein, die unfreiwillig Kais Botschaften weiterverbreiten und glaube fest daran, dass Kais Zeitung im Grunde völlig irrelevant ist.

So präsentiert sich [Kais Zeitung] als die Stimme eines Volkes, das keine zwei Meinungen hören, keinen zusammenhängenden Gedanken lesen und seine Sprache nur im Simpel-Slang verstehen kann – und solche Eliten, die neben sich nur „das dumme Volk“ sehen, glauben [Kais Zeitung].1

Kais Zeitung täuscht nämlich vor, ein bestimmtes Breite Masse-Publikum zu repräsentieren, das es in Wahrheit gar nicht gibt. Es ist ein guter Trick, der seit vielen Jahren sehr gut läuft. Mit diesem Trick bringt Kai auch alle Nicht-Leser seiner Zeitung dazu, sich mit den Themen seiner Zeitung zu beschäftigen. Die, die sich für klüger und gebildeter halten als die Leser von Kais Zeitung, die, die sich darüber aufregen, machen einen nicht unwesentlichen Teil ihres Publikums aus. Sie wollen ja wissen, was im Volk vorgeht, und so fallen sie auf den Trick rein und lesen das dann dauernd nach, auch wenn es dieses Volk gar nicht gibt. Sie lesen, sie empören sich, sie verlinken und erhöhen jeden Tag die Leserzahl.

Ich habe des Öfteren mal nachgezählt: Von den von ernsthaften und nicht von Bots betriebenen Accounts abgesetzten Tweets, in denen Kais Zeitung verlinkt wird, sind meist zwei Drittel kritisch bis sehr kritisch. Die Leute, die Kais Zeitung hassen, machen also in den Social Media-Kanälen einen nicht unwesentlichen Teil der Masse aus, die den Traffic nach oben treibt, die die Links verbreitet und auf sie klickt, die die Artikel konsumiert und so fleißig mithilft, Werbeeinnahmen zu generieren. Wer öffentlich die Zeitung hasst und/oder verlinkt, der hilft meistens dem Kai.

Kai ist zufrieden mit sich und dem Rummel um seine Zeitung. Er hat mal wieder gezeigt, wie relevant seine Zeitung ist. Darüber spricht Deutschland. Die Leute, die sich aufgeregt haben, sind auch zufrieden mit sich. Sie haben das Richtige getan, denken sie. Es ist ja auch leicht und irgendwie befriedigend, sich über Kais Zeitung aufzuregen. Man steht damit automatisch auf der richtigen moralischen Seite, man kann sich fast immer des sehr klaren Zuspruchs seiner Kontakte und einiger Likes und Favs sicher sein und wer will schon keinen Zuspruch, Likes und Favs? Viel schwerer ist es, die Zeitung links liegen zu lassen, vor allem dann, wenn wieder mal der halbe Netzbekanntenkreis darüber spricht. Besser wäre es aber in jedem Fall, sie vollständig zu ignorieren, ihre Botschaften nicht weiterzutragen, sie nicht zu verlinken und sie einfach rumplärren zu lassen wie ein trotziges Kind.

Wird dem Blatt der Nimbus „Volksstimme“ genommen, schrumpft es zu einem etwas lauteren Schreihals.2

Wenn das kleine Kind keine Aufmerksamkeit mehr bekäme, dann würde es wahrscheinlich irgendwann mit dem Geplärre aufhören. Dass Deutschland nicht mehr darüber spricht, das bleibt aber vorerst nur ein schöner Wunschtraum von mir.

1 Zitat aus der „Bildstudie“ der Otto Brenner Stiftung, gefunden bei Frank Lübberding; Ersetzungen des Namens der Zeitung in eckigen Klammern von mir.

2 Ebd.

40 Gedanken zu „Warum ich die Bild-Zeitung komplett ignoriere (und Du das auch tun solltest)“

  1. Sehr guter Text. Punktlandung. Vollste Zustimmung.
    Das habe ich nicht so oft.
    Und ich bin auch einer der zu den Deppen gehört, der sich auf Facebook usw. über BILD aufregt.
    Versuche mich jetzt zurück zu halten.

  2. Hallo? Kann es sein, dass du deine Filter-Bubble mit der RealWorld(TM) verwechselst?

    Was die Beurteilung von Kai’s Zeitung angeht, bin ich völlig deiner Meinung. Auch dass man sie am Besten ignoriert, sehe ich ganz genauso.

    Aber der Gedanke, dass das Ding nicht gelesen würde, weil es ‚das Volk‘ gar nicht gibt, ist leider mehr als nur ein bisschen weltfremd. Das ist so weit weg von der Realität, dass es schon fast weh tut.

    1. Die Auflage der Zeitung lag bei permanentem Sinken der Zahlen im Jahr 2013 bei 2.5 Millionen, bei konstant rückläufiger Entwicklung dürften es heute etwas über 2 Millionen sein.

      Das sind 2.5% der Bevölkerung – nicht gerade die große Masse, die uns suggeriert wird, sondern ungefähr so viele Leute wie Piratenwähler oder sowas. Eine Randgruppe.

      Ein großer Teil der Aufmerksamkeit kommt vor allem von den Berichten *über* die Bildzeitung, von denen ich im Artikel abrate. Vielleicht solltest Du Deine Realitätswahrnehmung auch mal überprüfen.

      1. Schon mal darüber nachgedacht, dass eine Zeitung von mehr als einer Person gelesen wird, und dass das für die BLÖD ganz besonders zutrifft?

        Ich komme ziemlich viel in deutschen Betrieben herum, und da hat ein Exemplar zwischen 10 und 50 Leser. Das ist natürlich extrem, aber deine ‚2,5% der Bevölkerung‘ kannst du locker auf ‚zwischen 10 und 20%‘ heraufsetzen. Jedenfalls sind es deutlich mehr als die paar intellektuellen Nasen, die die BLÖD eklig finden.

        Die sich empören, sehen nur im Internet nach vielen aus – typisch Filter-Bubble eben.

        Und damit wir uns da nicht falsch verstehen: Ich bin einer von denen, die die BLÖD wenn überhaupt nur mit spitzen Fingern anfassen. Und ich bin schon ziemlich oft dafür misstrauisch beäugt worden. Du offensichtlich nicht. Wie schön für dich…

      2. Die Realität sieht von der eigenen Warte halt immer ziemlich individuell aus – rein faktisch können wir uns nur auf die Zahlen berufen und die liegen bei den genannten 2 Millionen.

        Es mag schon sein, dass einige der Ausgaben von mehreren Personen gelesen werden, dafür können wir im Gegenzug genauso annehmen, dass viele der täglichen Ausgaben nur in sehr kleinen Teilen gelesen werden, z.B. Sportteil (denn niemand liest jeden Tag eine Zeitung vollständig). Wenn wir letzteres als Grundlage nehmen, dann werden es vielleicht sogar weniger als 2.5%. Beide Varianten sind allerdings Spekulation, darüber haben wir keine Zahlen. Rechnerisch bleibt es so oder so eine kleine Minderheit, mitnichten „Das Volk“, als das sich auch Bewegungen wie „Pegida“ gerne selbst betrachten, um sich relevant wirken zu lassen.

        Was ich (wiederum individuell, aber über einen langen Zeitraum, also pseudoempirisch) beobachten kann, ist jedenfalls, dass auf Kais Zeitung schimpfen zu einer Art Volkssport bei Facebook und Co geworden zu sein scheint – und das betrifft bei weitem nicht nur intellektuelle Kreise, sondern ist geradezu eine Art Statussymbol, um sich von vermeintlichen dummen Massen abzugrenzen. Und damit verbreiten sich ihre Botschaften wohl ganz gut. Keine gute Sache, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint.

      3. Da muss ich jetzt mal kurz dazwischen gretschen.

        Herr Weller, Herr Baumer, warum nicht einfach nachgucken statt wild zu spekulieren (und zu sagen, dass jede Spekulation sinnfrei ist).

        Die Auflage lag bei ca. 2 Mio was 2,5% der Bevölkerung entspricht (inkl. Kinder und anderen Gruppen die nicht relevant sind, da sie die Bild nicht lesen, aber z.b. über ihre Eltern mit beeinflusst werden, aber alles wieder Spekulation).

        Die Reichweite von Kai’s Zeitung lag in den letzten Jahren bei ca. 12 Mio (wikipedia) was ca. das 6-fache der Auflage oder 15% der Bevölkerung ist. (also ziemlich genau bei den von Herrn Weller 10%-20%)

        Hier kann man natürlich wieder argumentieren wie dies zu sehen ist (einige lesen nur den Sportteil), aber dass die Reichweite deutlich über der Auflage liegt steht außer Frage.
        „Das Volk“ ist es auf jeden Fall nicht, aber sicher kein verschwindend geringe Randgruppe.

      4. Ohne zu wissen, was dort genau abgefragt wird (Wie genau lautet die Frage? Welche Art von Konsum macht mich laut dieser Statistik zu einem „Leser“? Welche statistische Methode wird verwendet?), kann ich das nicht einschätzen. Zumal Du meine Einschränkung von oben ja selbst teilst. Es bleibt halt weiter spekulativ, die verkaufte Auflage sind immer noch 2 Millionen. Selbst 10%, die jeden Tag mal einen Blick in die Bild werfen, wären aber immer noch eine deutliche Minderheit.

  3. Die Kennziffer wievieleleserproausgabe ist natürlich für die Anzeigenkunden wichtig und lag soweit ich mich noch dran erinnern kann zu meinem Studium vor zehn Jahren im Schnitt bei 2,5 aber bei der b. Deutlich drüber. Ansonsten guter Text mit gutem Argument. Hinzufügen möchte ich, dass man die B. Auch deshalb ignorieren sollte, weil ihr Konsum das eigene Weltbild negativ formt, auch wenn man sich ihrer Lügen bewusst ist. Ist sone Erkenntnis aus der Psychologie die man nicht unterschätzen sollte bei der Wahl seiner Umwelt.

    1. Sehr wahr, lieber Sebastian. Vor allem der letzte Punkt. Der ist der Grund, warum ich es aufgegeben habe, über die neuesten Lügen- und Hetzkampagnen dieses Klopapiers auf aktuellem Stand sein zu wollen.

  4. Haaaach… was soll ich nur denken. Jetzt ist das ja auch ein Artikel über die Bild-Zeitung. Also Aufmerksamkeit (relativ). Und noch dazu vom Master of Desaster himself süffisant auf Twitter verlinkt. Wie viele Katzen oder Mäuse sich da in den Schwanz beißen? Ansonsten bin ich natürlich bei Dir. Aber das ist ja auch einfach.

  5. Kein schlechter Ansatz: Einfach ignorieren, das Brüllblatt. Andererseits liefern die immer wieder derart kalkuliert Niederträchtiges ab, dass man kaum nichts sagen kann. (Sage ich jetzt als jemand, der sich nicht besonders häufig über dem Kai seine Veranstaltung äußert und ansonsten Bildblog liest, die das Feld sehr schön beackern.)

    Wenn durchweg kein Widerspruch geäußert wird, sieht das aus, als seien alle einverstanden, und das darf eigentlich nicht sein. Widerspruch geht aber nur unter Nennung des Steins des Anstoßes. Es ist ein bisschen ein Dilemma, oder?

    Was mich aber so oder so ärgert ist, wie sehr diese Leute hofiert werden. Friede und Manfred auf allen Hochzeiten, staatstragend, kluge Dinge von sich gebend, Säulen der Gesellschaft. Und Kai, der Mann fürs Grobe mit der dünnen Haut, Fahrstuhlfahrer der Wichtigen, Reichen, Schönen, Hüter des Volksempfindens.

    Man sollte sie tatsächlich ignorieren. Vielleicht auch auslachen. Jedenfalls nicht wie Elite behandeln.

  6. Inhaltlich stimme ich dir zu.
    Seitenthema, was mich allerdings wirklich aufregt (auch wenn du nur einer von vielen bist, die diese Unsitte betreiben): „(und Du das auch tun solltest)“
    Warum in Gottes Namen muss schon in der Überschrift eine Belehrung stehen, was ich tun oder lassen sollte? Warum traust du mir als Leser deines Artikels offenbar nicht zu, meine eigenen Schlüsse aus deinem Text zu ziehen? Warum reicht es nicht, den Text für sich sprechen zu lassen, warum muss seine natürliche Konsequenz in einer die Intelligenz selbst des geneigten Lesers beleidigenden Weise in der Überschrift ausdrücklich (wenn auch in Klammern) hingeschrieben werden? Warum?
    Meinst du, ich wäre nicht von selbst drauf gekommen?

    Ich lese gern Meinungsartikel. Ich würde mich als Leser allerdings auch gern ernstgenommen fühlen.

    1. Weil Dich die Überschrift auf den Artikel klicken, ihn lesen und kommentieren lassen hat. Ich hätte (ganz ehrlich) auch lieber „Eine persönliche Betrachtung zum Thema mediale Aufmerksamkeitsökonomie in sozialen Netzwerken“ als Headline gewählt, aber ich fürchte, die Leserzahlen wären dann eher im dreistelligen Bereich geblieben, wenn überhaupt. Ein paar Leute wollte ich mit diesem Artikel schon erreichen, sonst hätte ich ihn nicht zu schreiben brauchen.

      1. OK, verstanden. Ich halte dein Motiv für ehrenhaft und nachvollziehbar, das Thema ist wichtig. Mein Rant hat jetzt dich getroffen, weil mir diese belehrende Art in letzter Zeit öfter begegnet ist, sie mir extrem auf die Nerven fällt und deine Überschrift mein ganz persönliches Fass zum Überlaufen gebracht hat.
        Wie gesagt, ich verstehe, was du meinst, auch mit der Überschrift. Ich hätte den Artikel auch ohne den Klammerzusatz gelesen. Das ist aber auch nur meine persönliche Meinung.

    1. Ich lass den mal exemplarisch durch. Solche hirnlosen Einzeiler-Kommentare ohne Kontext, die hier schon den halben Tag aufschlagen, bitte bei Facebook lassen, die werden von mir zensurdiktatorisch entsorgt.

      1. Hm, also ich finde, über den Einwurf sollte man nachdenken. Ich will jetzt gar nicht mal auf Roberto De Lapuentes Blog mit seiner interessanten Gegensicht verweisen (durch den ich sozusagen „rückwärts“ hier gelandet bin). Denn offensichtlich sehen viele auch hier die Reichweite dieses „Blattes mit dem man toten Fisch beleidigt, wenn man ihn darin einwickelt“ (Pispers) weniger blauäugig als Du. Dieses Drecksblatt wirkt – Gott sei’s geklagt.
        (Ich wundere mich ja, dass Du dafür überhaupt noch das Wort „Zeitung“ verwendest.)
        Und WEIL es leider wirkt und sich dessen Gift in die Köpfe frisst, hilft ignorieren nicht, womit die von Elmar beschriebene Gefahr weniger “ hirnloser Einzeiler“ ist als man gern möchte.
        Wenn mein Bäcker nicht so gute Backwaren hätte, würde ich aus seinem Laden ebenso rückwärts wieder rausgehen, wie ich es bei anderen Läden sehe, wo dieser Schmierlappen ausliegt. Ich habe den Verkäuferinnen sogar schon mal empfohlen, doch stattdessen eine Zeitung zu verkaufen. Die Antwort: „Das wird von oben festgelegt.“ und Achtung: „Die Kunden wollen die haben.“ Von wegen, kaum Reichweite.

    1. Radikale Minderheiten, die Angst und Zwietracht säen wollen, muss eine Demokratie unbedingt ignorieren. Man verhandelt aus dem gleichen Grund auch nicht mit Terroristen.

      1. Durch das Ignorieren von Terroristen und extremen Randgruppen (z.b. Nazies) will man ja versuchen sie nicht indirekt zu unterstützen (keine Plattform, keine legitimation, keinen Anreiz für zukünftige anschläge, etc.), das gleiche welches du im Zusammenhang der Bild befürwortest.
        Finde ich auch nachvollziebar, aber da läuft man auch Gefahr, dass nicht terroristische Randgruppen als solche bezeichnet werden, um ihre Ausgrenzung zu rechtfertigen. Genau so mit Nazies Stichwort: PEGIDA.

  7. Wäre es nicht ein okayer Mittelweg, es mit Cato zu halten (»Ceterum censeo…«), also nicht auf einzelne Aktionen der B* einzugehen, sondern nur halbwegs regelmäßig und generell gehalten und ohne Verlinkung ein Niederbrennen (oder was auch immer heutzutage rhetorisch opportun ist) jener Zeitung zu fordern?

  8. Wenn ihr linken wollt ohne die google-se position zu verbessern&klicks zu geben, nutzt donotlink.com

    Könnter lesen&kritisieren ohne kais bedrucktem (digitalisiertem)klopapier klicks zu geben.

  9. GENAU der richtige Ansatz aus meiner Sicht, aber das schaffen die Menschen in ihren ganzen Netzwerken nicht. Die sind alle viel zu eitel und süchtig nach News… wenns bei Bild was neues gibt, wird es auch in Zukunft immer und jeder mitdiskutieren… Herdentrieb. tja.

  10. Es gab Zeiten, da steckten ganz normale Bürger auch lieber den Kopf in den Sand und meinten, dass es sie nicht angehe, was da in ihrem Land unangenehmes passiere. Dass man sich einfach mit diesen Leuten und dieser Politik nicht abgeben sollte.
    Dann erwischte es auch sie. Mitgemacht, mitgefangen, mitgehangen.
    „Wir“ sind nun mal eine Sozialgemeinschaft, mit allen Vor- und Nachteilen. Und wenn man Nachteile feststellt, sollte man sich zumindest dazu äußern, wenn nicht gar sie bekämpfen – jeder mit seinen begrenzten Mitteln, mehr verlangt ja keiner. Aber so tun als ob’s den Mist, die Gefahr nicht gäbe…, neee, das hatten wir schon mal.
    .
    Wenn der Blogger erst aufwacht, wenn gegen ihn persönlich (oder gegen Blogs) gehetzt wird (anstatt „nur“ z.B. gegen Griechen), dann ist’s zu spät.

  11. Ein wesentlicher Grund für den starken Auflagenverlust der letzten Jahr, der gerne vergessen wird,ist das Internet. Bild.de ist die meistbesuchte Seite in Deutschland. So gesehen wird eine wahrscheinlich viel größere Masse erreicht,als wie bisher hier die diskutierenden Zahlen

    1. Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen, der sich hauptsächlich um die Verlinkungen auf genau diese Webseite dreht und diese kritisch betrachtet. Warte, ich suche den mal eben raus… Sekunde. Hier hab ich den Link. Ach ja! Das ist ja der Artikel, der oben steht.

  12. Ich stimme mit vielem in dem Artikel überein – insbesondere, was das Weiterverbreiten von den Inhalten in sozialen Netzwerken betrifft. Trotzdem finde ich es zum Beispiel den „BILDblog“ wichtig, zum einen zur medialen Erziehung, zum anderen, weil mich Gedanken, die in der „Bild“-Zeitung …ähm… erfunden werden auf Umwegen über Bekannte erreichen (ohne das explizit klar ist, dass diese aus der „Bild“ stammen). Wenn ich dann schon den Ursprung des Gedanken kenne und weiß, auf welchen „Fakten“ er basiert, dann trägt das dazu bei, dass sich mein Weltbild nicht unnötig verzerrt. Insofern finde ich, dass ein vollkommenes Ignorieren der falsche Weg ist.

  13. Guter Beitrag; es werfen sich mir jedoch zwei Fragen auf:
    1) Ist nicht gerade das Problem von Twitter, dass sich dort überwiegend kritische Nutzer rumtreiben? Ist das Stimmungsbild auf Facebook bspw. ein anderes? Ich meine: Bringt das „Zählen“ kritischer Tweets etwas?
    2) Wie durchbrechen wir den Kreis, den kampagnengetriebene Zeitungen produzieren? Werden sie sich nicht immer auf die stillschweigende Masse berufen, die angeblich hinter ihnen steht, und dies z.B. durch Verkaufszahlen belegen?
    Viele Grüße!

    1. Man kann den Kreis nicht durchbrechen. Man kann nur entscheiden, dass man nicht mit der Herde mitstampfen will – und eben sein Mißfallen kundtun, wenn man das denn möchte bzw. für sinnvoll oder nötig erachtet.

  14. Ich mache das auch so. Das Problem damit ist, dass der Drang, sich von irgendwas abzugrenzen, einfach so ein starker Drang ist. Indem sich die alle gegenseitig erzählen, wie sehr sie Bild ablehnen, stärken sie nicht nur die Marke Bild sondern schärfen auch das sie eine „Gruppe“ sind und ihr Gruppenzugehörigkeitsgefühl. Das ist einfach ein starker menschlicher Drang danach, zu einer Gruppe zu gehören.

    Deswegen kann man das wohl auch nicht einer Gruppe erzählen, dass sie jetzt gefälligst Bild ignorieren soll. Das muss jeder einzelne für sich entscheiden + kapieren, und da wird es schwer, die meisten laufen dann doch liebe wieder den Bild-Verlinkern und -Beschimpfern hinterher und machen mit und damit Werbung für die Bild.

  15. Guter Text, er könnte noch besser sein, würde „Kais Zeitung“ nicht als Zeitung bezeichnet werden. Dieses Blatt ist keine Zeitung, da es keinerlei journalistische Qualität aufweist.
    Daher „Kais Blatt“.

  16. Ich persönlich ignoriere Kais Zeitung nebst Internetablegern erfolgreich seit Jahrzehnten. Es hat mir nicht geschadent, nur bei den angeblichen Aufregern kann ich natürlich nicht mitreden. Das vermisse ich allerdings auch nicht.

  17. Interessanter Artikel. Und starke Worte aus beiden Lagern, was hier der richtige und was der falsche Weg ist. Für mich ist das schwierig zu beantworten. Nachvollziehbar finde ich beides. In die Diskussion über Auflage und Reichweite will ich mich gar nicht weiter einmischen. Die BILD spiegelt sicher nicht ‚das Volk‘ wider. Eine lächerliche Randgruppe aber auch nicht. Auf die Zahlenspiele lasse ich mich, wie gesagt, nicht ein.
    Ignorieren ist schwierig. Die BILD ist ein Machtinstrument, ob einem das nun gefällt oder nicht. Viele andere ‚wichtige‘ Zeitungen/Organisationen/Persönlichkeiten usw. lassen sich immer wieder auf einen Dialog mit BILD/Kai/Julian ein. Kann die BILD wirklich durch Ignorieren geschwächt werden? Ich glaube: nein. Ich denke, an Diskussionen und Aufklärungsarbeit führt kein Weg vorbei.
    Die Arbeit von @BILDblog und @StopBildSexism u.a. hat ihre Berechtigung und macht auch Sinn, oder nicht?

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