Schöne Tweets, die man lesen sollte (I)

twitter4

Es gibt Tweets, die man lesen und über die man sprechen sollte, die nicht einfach so im endlosen Rauschen untergehen sollten. In dieser Reihe sammle ich jeweils zehn davon und schreibe ein paar Worte dazu. Schöne Tweets, die man lesen sollte (I) weiterlesen

Zwei gute Gründe dafür, dass Bob Dylan keinen Literaturnobelpreis verdient hat

544771_10150649922439227_897622320_n

1. Weil die Texte nicht preiswürdig sind

Es gibt ein ganz einfaches Gedankenexperiment, um zu zeigen, ob Bob Dylan den Nobelpreis verdient hat: Wir denken uns einfach die Musik weg, denn der Preis wird für Texte vergeben. Nehmen wir sein laut Rate Your Music (und meiner Meinung nach auch, knapp von „Blonde On Blonde“) bestes Album „Highway 61 Revisited“ und lesen dort einfach mal rein, ohne die Musik, dann fällt einem, wie bei fast jedem seiner anderen Alben auch, sofort auf: Ja, der Mann kann schreiben, die Texte sind gut. Sie sind sogar außergewöhnlich gut für Songtexte.

Aber sind sie so gut wie die Texte eines Lyrikers? Eines Romanciers? Zwei gute Gründe dafür, dass Bob Dylan keinen Literaturnobelpreis verdient hat weiterlesen

Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016

title16

Isabelle Lehn – „Binde zwei Vögel zusammen“

lehn_2Souveräne Schreibkunst, souverän vorgetragen, ein souveräner Plot mit einer intelligenten Ausgangskonstruktion: Bei dem Beitrag „Binde zwei Vögel zusammen“ (ein Romanauszug) der Leipzigerin Isabelle Lehn stimmt einfach alles. In einem nachgebauten Modell-Dorf in der Fränkischen Alb, in dem die Armee Kriegssimulationen durchführt, sind Arbeitslose im Rahmen einer Maßnahme gezwungen, über Wochen Dorfbewohner darzustellen, darunter der Ich-Erzähler, der sich in einer Gegenwart danach bei seiner Freundin an die Vergangenheit im Dorf und seine dortige Scheinexistenz als „Alladin“ erinnert und über beinahe eine Art posttraumatische Belastungsstörung durch das Erlebnis hinwegkommen muss. Und so vermischen sich in dem Text kunstvoll die Ebenen zwischen Gegenwart und Erinnerung an den simulierten Krieg im Dorf, der wiederum dem echten Krieg im Afghanistan nachgebildet wurde. Fünf Favoriten vom Bachmannpreis 2016 weiterlesen

Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste

nazisheader6

Als eine gute Bekannte von mir vor eineinhalb Jahren durch falsche Bekanntschaften an ihrer Uni für einige Monate zur AfD-Anhängerin wurde, habe ich sie nicht aus der Liste meiner Facebook-Freunde gelöscht.

Ich habe mehr oder minder geduldig (in jedem Fall aber beständig) gegen den Unsinn argumentiert, den sie zu dem Zeitpunkt in zunehmendem Maße veröffentlichte und gehofft, dass sie mit der Hilfe ihrer durchaus vorhandenen Intelligenz irgendwann einsehen würde, dass sie gerade in eine Art Sekte gerät, die ihre Weltsicht immer weiter verengt. Ich habe gehofft, dass sie irgendwann merkt, dass nur noch ihre neuen Freunde ihre Meinungen „liken“ und ihre alten Freunde zunehmend von ihr irritiert sind und sich abwenden. Ich habe gehofft, dass sie diese Erkenntnis haben würde und dass ihr das klarmachen würde, wie radikal sie sich gerade verändert. Und das ist irgendwann tatsächlich geschehen. Sie hat inzwischen nichts mehr mit der AfD zu tun und heute können wir gemeinsam darüber lachen, dass sie diesen Leuten auf den Leim gegangen ist. Der normale Facebook-Wahnsinn. Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste weiterlesen

Flohmarktfund: Die Liebesbriefe von Fritz und Mieze um 1920

mieze_header

Ich habe vor einigen Jahren auf einem Flohmarkt in Dresden einen Stapel alter Briefe samt Inhalt entdeckt und gekauft. Darunter befand sich eine ganze Reihe außergewöhnlich schöner, handgeschriebener Liebesbriefe in Sütterlinschrift aus den Jahren 1919 bis 1929, die ich anschließend im Verlauf einiger Monate mit Hilfe einer Freundin entziffert und transkribiert habe. Flohmarktfund: Die Liebesbriefe von Fritz und Mieze um 1920 weiterlesen

„Suche: Qualitätsjournalismus im Netz, biete: Geld“

quali-title-2

Der deutsche Online-Journalismus will mich nicht als Kunde. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, mich als Kunden für Journalismus im Netz zu gewinnen. Ich bin sofort bereit, nicht nur Werbung in Kauf zu nehmen, sondern sogar für Texte im Netz zu bezahlen. „Suche: Qualitätsjournalismus im Netz, biete: Geld“ weiterlesen