Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste

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Als eine gute Bekannte von mir vor eineinhalb Jahren durch falsche Bekanntschaften an ihrer Uni für einige Monate zur AfD-Anhängerin wurde, habe ich sie nicht aus der Liste meiner Facebook-Freunde gelöscht.

Ich habe mehr oder minder geduldig (in jedem Fall aber beständig) gegen den Unsinn argumentiert, den sie zu dem Zeitpunkt in zunehmendem Maße veröffentlichte und gehofft, dass sie mit der Hilfe ihrer durchaus vorhandenen Intelligenz irgendwann einsehen würde, dass sie gerade in eine Art Sekte gerät, die ihre Weltsicht immer weiter verengt. Ich habe gehofft, dass sie irgendwann merkt, dass nur noch ihre neuen Freunde ihre Meinungen „liken“ und ihre alten Freunde zunehmend von ihr irritiert sind und sich abwenden. Ich habe gehofft, dass sie diese Erkenntnis haben würde und dass ihr das klarmachen würde, wie radikal sie sich gerade verändert. Und das ist irgendwann tatsächlich geschehen. Sie hat inzwischen nichts mehr mit der AfD zu tun und heute können wir gemeinsam darüber lachen, dass sie diesen Leuten auf den Leim gegangen ist. Der normale Facebook-Wahnsinn. Der Holocaust-Leugner in meiner Freundesliste weiterlesen

Sollte man „besorgte Bürger“ konsequent als Nazis bezeichnen?

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Nachdem ich zum Thema „Hass im Netz“ oder „Umgang mit besorgten Bürgern“ in den letzten Wochen geschätze 2 Millionen Artikel gelesen habe, die verschiedenste Positionen vertraten und die allesamt eher emotional geprägt waren, ist dieser Artikel ein Versuch, den Thematik etwas strukturierter zu betrachten. Vor allem die Frage, ob man die „besorgten Bürger“ pauschal als „Nazis“ bezeichnen sollte / kann oder ob man doch den Dialog mit ihnen suchen sollte, stellt sich immer wieder. Ich möchte einmal experimentell durchspielen, welchen Effekt Ersteres hat, um zu klären, ob dieses Vorgehen sinnvoll ist.
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Fünf gute Gründe dafür, dass Sie als Journalist auf Shitstorm-Berichterstattung umsteigen sollten

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1. Alles andere generiert nicht genug Klicks

Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. Ich schreibe seit fast zehn Jahren nebenher für verschiedene Online-Magazine und hatte mehrere eigene Blogs. Wann immer ich Meinungs-Artikel über aktuelle Shitstorms und Empörungswellen im Netz geschrieben habe, brach die Hölle los. Fünf gute Gründe dafür, dass Sie als Journalist auf Shitstorm-Berichterstattung umsteigen sollten weiterlesen

Social Media-Inventur im vierten Quartal 2014

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Eine kleine Inventur meiner eigenen Internetaktivitäten als Grundlage für Neusortierungen und Veränderungen in der Zukunft.

Blogs

Nach wie vor genau mein Medium, auch wenn ich die Frequenz meiner Blogpostings deutlich heruntergefahren habe. Ich habe kein Interesse mehr an Artikeln zu aktuellen Themen, hohen Leserzahlen und Klicks von Leuten, die einen dummen Kommentar hinterlassen und am nächsten Tag wieder weg sind. Ich mache eigentlich auf meinen Blogs nur noch das, was ich will. Was sich deutlich verändert hat: Wenn ich die Links nicht mehr streue, findet die Inhalte kaum mehr jemand. Social Media-Inventur im vierten Quartal 2014 weiterlesen

Social Media-Inventur im ersten Quartal 2014

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Eine kleine Inventur meiner eigenen Internetaktivitäten als Grundlage für Neusortierungen und Veränderungen in der Zukunft.

Blogs

Ich bin weiterhin begeisterter Blogger, wie man vielleicht auch an der hiesigen Postingfrequenz der letzten Zeit ablesen kann. Im Grunde gilt also weiterhin das, was ich an dieser Stelle das ganze letzte Jahr über Blogs schrieb: Sie sind die Königsklasse des Publizierens eigener Inhalte im Netz. Social Media-Inventur im ersten Quartal 2014 weiterlesen

Entfolgen, Entfreunden, Muten & Ausblenden.

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Wann darf man eigentlich jemanden im Internet entfreunden, entfolgen, ausblenden, muten? Wenn es nach meiner Einstellung bis vor ein paar Wochen geht, dann darf man das gar nicht. Ich habe seit Jahren jede einzelne Facebook-Anfrage (auch von mir unbekannten) Menschen angenommen, ich war nie dazu in der Lage, jemanden wieder zu entfolgen, dem ich schon länger als ein paar Wochen auf Twitter zulas. Diese Personen wuchsen mir irgendwie alle ans Herz, manche traf ich im echten Leben, manche niemals und ich war durch die vielen Kontakte in der scheinbar großartigen Position, jeden noch so belanglosen Diskurs aus den unterschiedlichen Lagern der Netz- und Mediengemeinde mitzuverfolgen. Ich war der, der immer den Überblick hatte. Jeder kleine Shitstorm im Wasserglas, jeder Piratenskandal, jeder Blogpost, der mehr als zwei Likes bekam, jeder Toptweet, jede gerade erst ganz leicht aufglühende Diskussion, jede Newsmeldung: So gut wie Nichts schaffte es, unter meinem Radar durchzuschwimmen und ich liebte das Gefühl, immer oben auf dem Berg zu sitzen und genau mitverfolgen zu können, was da unten an jedem Tag so vor sich geht. Was ich nicht mochte, waren die damit einhergehenden Unmengen an Unrat, die durch dieses Verhalten in alle meine Streams geschwemmt wurden. Entfolgen, Entfreunden, Muten & Ausblenden. weiterlesen

Digitaler Katastrophentourismus

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Das wird ein Rant. Gestern sind in Boston zwei Bomben in der Zuschauermenge eines Marathons explodiert, drei Menschen wurden getötet, knapp 180 zum Teil sehr schwer verletzt. Ich habe zuerst auf Twitter davon erfahren und anschließend beobachtet, wie die Nutzer auf verschiedenen Social Media-Kanälen dieses Ereignis verarbeitet haben. Mir wurde im Verlauf des Abends beinahe körperlich schlecht von den Tweets und Postings aus den folgenden Kategorien. Digitaler Katastrophentourismus weiterlesen